Wahrscheinlich sieht man in mir eher das Heimchen mit dem großen Herzen (lacht). Mittlerweile sind meine Rollen aber Gott sei Dank viel breiter gefächert.

teleschau: Sicherlich ein Verdienst der vielen guten und oft preisgekrönten Filme, die Sie gemacht haben. Ist es vor allem das Schicksal von Berufsanfängern, nach Typ und Aussehen besetzt zu werden?

Gabriela Maria Schmeide: Kann sein, aber bei mir war das etwas anders. Ich war bereits 34 Jahre alt und eine gestandene Theaterschauspielerin als Andreas Dresen mich für meine erste Filmrolle in "Die Polizistin" besetzte. Zehn Jahre früher wäre das sicher anders gelaufen. Damals entsprach ich eher dem kleinen dünnen Schneewittchen-Typ und hätte sicherlich auch andere Rollen gespielt. "Die Polizistin" war eine Rolle, in der ich viel von mir zeigen konnte, in der ich sehr bei mir war.

teleschau: Mit "bei mir" meinen Sie, dass Sie sich in diesem Charakter selbst wiedergefunden haben?

Gabriela Maria Schmeide: Ich habe diese Rolle ziemlich unverstellt und gleichzeitig zurückgenommen gespielt. Es kann schon sein, dass ich ziemlich viel von mir selbst reingepackt habe. Vielleicht bin auch ich der einfühlsame Typ, der sich eher zu viel als zu wenig um andere kümmert.

teleschau: Im Film "Halbe Treppe" sind Sie Regisseur Andreas Dresen und den Verlierertypen treu geblieben. Wie sehr nervt Sie dieses Rollenklischee, das Sie seit dem immer mal wieder bedienen sollen?

Gabriela Maria Schmeide: Es gab sicherlich Zeiten, da haben mich solche Rollenangebote verstärkt genervt. Dennoch muss ich sagen, dass es wesentlich besser ist, auf Verlierertypen abonniert zu sein als auf andere Rollenklischees. Als Verlierer darf man immer die Abgründe mitspielen, und das macht wesentlich mehr Spaß als die sehr geraden Typen zu geben.

teleschau: In "Patchwork" gibt es eine ziemlich ausgiebige und explizite Nacktszene von Ihnen. Tun Sie sich schwer mit so etwas oder gehen Sie da ganz locker ran?

Gabriela Maria Schmeide: Ich finde es eher peinlich, wenn im Film aus Gründen der Prüderie unnatürlich schnell zu einem Kleidungsstück gegriffen wird oder Menschen, die gerade Sex hatten, in Schlafanzügen herumlaufen. Entweder man lässt solche Szenen ganz draußen oder man versucht, sie einigermaßen realistisch zu drehen. Trotzdem gucke ich auch nicht allzu gerne hin, wenn ich mich in solchen Szenen betrachten muss.

teleschau: Schauspieler gelten als eitel. Sie sind oft in sehr uneitlen Rollen zu sehen

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