Für Frederick Lau eine Frage des Geschmacks: "Wenn sie auf dunkle, skurrile Filme und Schauspieler wie August Diehl stehen, ist das auch für Schüler interessant. Aber man braucht einen speziellen Humor für dieses makabere, kleine Märchen."
So talentiert der junge Berliner ist, so wenig ist er von sich eingenommen. Er ist auffällig gut in der Lage, Distanz herzustellen, zu seiner Heimatstadt, seiner Arbeit. Er versucht, den Eindruck beim Publikum zu verstehen wie auch die Gesamtzusammenhänge, die es einem solchen deutschen Film so schwierig machen.
Besonders deutlich wird dieser klare Blick ohne jede Koketterie beim Thema Filmpreis. Zum Zeitpunkt des Interviews war er neben Herbert Knaup und Justus von Dohnányi nominiert. Dass er die Auszeichnung erhält, stand für ihn nicht zur Diskussion: "Am 25.04. geh ich zum Deutschen Filmpreis, weil ich nominiert bin für die beste Nebenrolle. Ich weiß nur, dass ich einen Anzug tragen werde und vorher irgendwo essen gehen muss. Ansonsten habe ich keine Vorstellung von dem Abend, ich war ja noch nie auf so einem Festival." Er macht eine kurze Pause. "Event."
Aber seiner Freundin hat er schon vorgeschwärmt: "Das sind Schauspieler, das glaubst du nicht! Justus von Dohnányi, da geht dir das Herz auf", strahlt er sehr überzeugt. "Ich steh neben denen auf der Liste, cool. Das reicht schon, da fühl ich mich echt geehrt."
Die Bodenständigkeit ist nicht selbstverständlich. Gerade hat er eine internationale Produktion hinter sich, Julie Delpys "The Countess" mit William Hurt und Daniel Brühl. "Im Moment läuft's gut", erklärt er, dann kommen noch die eingangs erwähnten "Kartoffelkäfer", danach macht er mal Pause. "Aber wenn man den Regisseur kennt und die Rolle gut ist, kann man nicht Nein sagen."
Womöglich ist der Sport ein Grund für Laus angenehmes Wesen. Er hat mit drei Jahren angefangen, Eishockey zu spielen und vor drei Jahren damit aufgehört. "Ich kann also ein bisschen Schlittschuhfahren", sagt er und diesmal grinst er. Die fast überflüssige Frage, ob er generell ein ausdauernder Typ sei, beantwortet er mit einem "Aber hundertprozentig. Ich würde mir beim Drehen nie erlauben zu sagen, ich kann nicht mehr. Ich mach so lange, bis mir meine Augen zufallen."
Klar hat der Sport den Teamgeist gestärkt, Selbstbewusstsein und Ehrgeiz entwickelt. "Ich bin insgesamt ein Typ, der immer das Beste geben will. Ich muss danach zu mir sagen können: War in Ordnung. Wenn ich was verhaue, bin ich tieftraurig
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