Englein, Teufelchen, Truthahn: Am Sa., 24. Mai (21.00 Uhr, ARD), messen sich die Europäer beim "Eurovision Song Contest" in Belgrad

(tsch) Statistik ist etwas Wunderbares. Glaubt man den Zahlen eines berühmt-berüchtigten Onlinelexikons, erklangen von 53 "Grand Prix"-Siegertiteln 23 in englischer Sprache. Des Weiteren scheint es fürs Siegen hilfreich, wenn sich ein Lied um die Liebe dreht, wie es 24mal der Fall war. Zudem wurde der europäische Musikwettbewerb bisher von 33 Frauen und 17 Gruppen gewonnen. Demnach sollte einem Sieg der No Angels beim diesjährigen "Eurovision Song Contest" am Samstag, 24. Mai, (ab 21.00 Uhr live im Ersten) nichts mehr im Wege stehen ...

Es war haarscharf. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von einem Prozent setzten sich die No Angels in der Stichwahl beim "Grand Prix"-Vorentscheid gegen Musical-Star Carolin Fortenbacher durch. Doch nachdem sich die Engel mit ihrem 50,5 Prozent-Sieg für die Teilnahme am Eurovision Song Contest qualifizieren konnten, machten - wie so oft - Plagiatsvorwürfe die Runde. Mittlerweile sind diese vom Tisch, doch das Schlimmste steht der Girlgroup noch bevor: Der "Eurovision Song Contest" an sich.

Theoretisch haben die No Angels im Jahre 26 nach Nicole nichts zu verlieren. Mit Platz 19 legte Vorgänger Roger Cicero die Latte nicht allzu hoch. Doch sein Swingtitel "Frauen regier'n die Welt" begeisterte zuvor Musikkritiker, seinen Stil lobte man in den Himmel - ein Luxus, auf den die No Angels nicht zurückgreifen können. Ihr Wettbewerbstitel "Disappear" ist zwar solider Pop, der sich besser ins Gesamtbild des "Eurovision Song Contests" einfügt als beispielsweise ein Roger Cicero oder Texas Lightning, doch nicht die beste Arbeit, die die vier Mädels je ablieferten. Die "Bild" orakelte sogar das Karriereende der "Popstars"-Pioniere, falls sie im Vorentscheid den Kürzeren ziehen sollten. Wie wird dann die Schlagzeile lauten, falls Deutschland wieder nur einen hinteren Rang belegen sollte?

Die Konkurrenz ist hart, wie ein Blick auf die Website der Veranstaltung (www.eurovision.tv) erahnen lässt. Einige der dort veröffentlichten Videoclips könnten den verwöhnten deutschen Zuschauer sogar veranlassen, sich doch die beiden Halbfinalrunden am Dienstag, 20. Mai, 21.00 Uhr, und Donnerstag, 22. Mai, 00.45 Uhr, im NDR anzusehen. Ja, richtig, es gibt nun zwei Vorrunden: Nachdem in den letzten Jahren Vorwürfe laut wurden, einige Länder spielten sich gegenseitig Sympathiepunkte zu, beschloss die European Broadcasting Union (EBU) eine Regeländerung.

Bis auf die EBU-Hauptgeldgeber Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Gastgeber Serbien müssen die 43 Teilnehmer die Vorauswahl überstehen. Die 38 Länder losten die Verantwortlichen zwei Halbfinals zu. Um die Sympathiepunktvergabe in der Vorrunde zu vermeiden, dürfen die Einwohner eines Landes nur noch für die Nationen stimmen, die mit ihnen das gleiche Halbfinale bestreiten. Ein Beispiel: Griechenland nimmt bereits in der ersten Ausscheidung teil, deshalb dürfen die Griechen nicht für die Künstlerin aus Zypern anrufen, denn die startet im zweiten Semifinale. Diese Regelung gilt jedoch nur für die Vorrunden, im Finale dürfen die Griechen wieder fleißig für Zypern stimmen - falls die Insel es unter die letzten 25 geschafft hat

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