"Das war nicht immer einfach", gesteht Zascha. "Ich bekam nie richtigen Support von meinen Eltern, dadurch, dass sie nicht da waren. Ich war aber sehr jung und hätte ihn manchmal ganz gut brauchen können. Da gab es Phasen, in denen es mir nicht gut ging." Ein Song, der aus dieser Zeit erzählt, heißt "Mama". Ihren Vater, der nach einem Jahr in Deutschland wieder nach Nepal zurückkehrte, sah Zascha zuletzt mit 14 Jahren: "Das war ein Kulturschock. Ich fühlte mich wohl, aber es war trotzdem ungewohnt und fremd." Bald wird sie ihn wieder treffen. Eine Zeitschrift möchte die Familienzusammenführung dokumentieren, die Plätze zeigen, an denen Zascha früher lebte.

Auch die Musik wurde ihr in die Wiege gelegt. Der Vater spielte Gitarre, sang und schrieb eigene Lieder, genauso wie die Mutter, die für den städtischen Kulturverein auftrat. Dort fing Zaschas Karriere als Backgroundsängerin an. Doch während Frau Moktan Senior, von Beruf eigentlich Lehrerin, auf Deutsch sang, entschied sich Zascha, die zweisprachig aufwuchs, fürs Englische. "Es ist weicher und leichter zu texten. Ich könnte mir aber durchaus mal vorstellen, einen deutschen Song zu schreiben."

Warum nur, fragt man sich langsam, hörte man so lange nichts von diesem hübschen Mädchen mit der umwerfenden Stimme? "Es ging einfach alles schief, was schiefgehen konnte", sagt sie. "Einmal gab meine Mutter mir nicht ihre Zusage, weil sie mich für zu jung für einen Vertrag hielt. Kurze Zeit, nachdem ich dann doch meinen ersten Plattenvertrag unterschrieb, ging die Plattenfirma pleite. Mit 18 war ich in einer Popband. Das fand ich ganz schrecklich und stieg kurz vor der Veröffentlichung aus, was nicht so einfach war mit den ganzen Verträgen."

Doch um das, was die Plattenfirma will, schert sich Zascha ohnehin kaum. "Ich sage deutlich, was ich möchte und was nicht. Das ist schon anstrengend, weil es ein ewiger Kampf gegen die Industrie ist. Ich entscheide mich dafür, Künstlerin zu sein, und achte darauf, was gut für mich ist. Ich finde es ein bisschen schade, dass es in Deutschland keinen richtigen Künstleraufbau gibt, sondern dass immer alle an anderen abgucken, was funktioniert und was nicht, und das dann kopieren."

Und siehe da: Kaum nahm sie die Karriere selbst in die Hand, überschlugen sich die glücklichen Zufälle. "Ich suchte Investoren, finanzierte und produzierte ein ganzes Album selbst. Mit dieser Platte bewarben wir uns als Vorgruppe für die Alicia-Keys-Tour 2005 in den USA." Ein etwas größenwahnsinniges Unterfangen für eine Künstlerin ohne Bekanntheit in Deutschland, aber es klappte

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