Freddie Highmore: ... der die Monster hört!

(tsch) Johnny Depp ist sein größter Fan und mit Harry-Potter-Star Daniel Radcliffe ist er gut befreundet. Dennoch bleibt das Schauspieltalent Freddie Highmore auf dem Teppich. Vom armen Piefke, der in "Charlie und die Schokoladenfabrik" einen einsamen Millionär erlöst, bis zum musikalischen Wunderkind in der klebrigen Lovestory "Klang der Herzen" verfügt der 16-jährige Brite über eine erstaunliche Bandbreite. Nach Drehschluss gibt es allerdings kaum etwas Langweiligeres als Hollywood für Freddie. Jede freie Minute verbringt er dann als Fan im Fußballstadion bei den Spielen seines Lieblingsclubs Arsenal - wenn er nicht gerade selbst mit seinen Kumpels zum Kicken geht. In der actionreichen Kinderbuchverfilmung "Die Geheimnisse der Spiderwicks" (Start: 20.03.) spielt er gleich zwei Hauptrollen: die Zwillinge Simon und Jared Grace (Highmore). Sie ziehen mit ihrer alleinerziehenden Mutter Helen (Mary Louise Parker) in das verlassene Haus ihres Großvaters. Dort schleichen merkwürdige Wesen durch den Garten, und Jared entdeckt schließlich einen "Führer in unbekannte Welten". Deren Bewohner erweisen sich als reichlich unfreundlich. Im Interview spricht Freddie Highmore über Identitätsprobleme, Fußball und echte Freunde.

teleschau: Füllt Dich eine Rolle alleine nicht mehr aus ...

Freddie Highmore: Ja, es ist immer so langweilig am Set, wenn man nur eine Figur spielt (lacht). Nein, es war lustig und ich habe zwei Jungen gespielt, weil es eben so im Drehbuch stand. Man wird ja davon nicht schizophren oder so, sondern es macht riesigen Spaß so verschiedene Menschen im selben Film spielen zu können. Ich wünschte mir zwar manchmal, ich wäre so mutig wie Jared, aber dafür ist er halt auch viel zu impulsiv.

teleschau: Dann hat Dich das Drehbuch mit den beiden Rollen an dem Film gereizt?

Highmore: Nein, ich kannte schon die Romanvorlagen und die sind klasse! Für den Film wurden die Handlungen der einzelnen Bücher allerdings etwas zusammengefasst. Mir gefällt daran, dass für jeden etwas drin steckt. Die Erwachsenen fühlen sich angesprochen von Themen wie Scheidung der Eltern und dem Umgang der Kinder damit. Für sie würde der Film vermutlich auch ohne die Computereffekte und die merkwürdigen Kreaturen funktionieren. Aber für die Kids sind Action und Monster natürlich toll.

teleschau: Wie bist Du damit klargekommen, vor der Kamera gegen Monster zu kämpfen, die Du gar nicht sehen konntest?

Highmore: Das war schon merkwürdig, aber der Regisseur hat mir geholfen, indem ich vorher die Skizzen und Modelle der jeweiligen Kreaturen zu sehen bekam. Ich wusste also immer, wie das Monster in einer Szene ungefähr aussieht, wie groß es ist und wie es sich bewegt. Außerdem war ein Teil der Stimmen schon vorher aufgenommen worden. Die haben sie dann in den Szenen auch laut eingespielt. Man konnte die Monster also nicht sehen, aber immerhin hören!

teleschau: Findest Du den Film nicht ein wenig zu furchterregend für kleinere Kinder?

Highmore: Kinder wollen doch so richtig erschreckt werden! Mir hat das jedenfalls früher immer gefallen. Außerdem ähnelt "Spiderwick" einem Hitchcock-Film, weil man sich als Zuschauer oftmals vermeintlich in Sicherheit wiegt und dann trifft einen der nächste Schock umso härter, weil der Überraschungseffekt größer ist.

teleschau: Du drehst einen Film nach dem anderen, hast riesigen Erfolg. Ist die Welt für Dich derzeit so richtig rosa?

Highmore: Nö, eigentlich nicht.

teleschau: Nicht?

Highmore: Na, England darf nicht bei der Fußball-EM mitmachen. Wie kann es einem Fußballfan da gut gehen? Wenigstens steht Arsenal in der Tabelle derzeit ganz gut da. Ich bin nämlich absoluter Arsenal-Fan, habe eine Saisonkarte und verpasse kein Spiel, wenn ich nicht gerade selbst auf dem Platz stehe

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