Die Verbalattacke, um die es geht, ist fast schon verjährt. Sie ereignete sich im November letzten Jahres, als Rourke mit Co-Star Rachel Evan Wood auf Promotour für seinen Film "The Wrestler&q
uot; war. Damals gab's Mediennerichte, die beiden Schauspieler seien liiert, weshalb ein Reporter genau danach fragte. Rourke regte sich auf, sagte: "Sie ist eine gute Freundin, weiter nichts. Und sagen sie der Schwuchtel, die diesen Mist geschrieben hat, dass ich ihr gerne die Beine brechen würde."
Mit eben dieser Szene, die damals gefilmt wurde, hat man den 57-Jährigen jetzt konfrontiert, nachdem seine Ausdrucksweise die Organisation "Gay and Lesbian Alliance against Defamation" auf die Barrikaden getrieben hatte. Ein kluger oder gut beratener Mann hätte alles als einen dummen Aussetzer erklärt. Doch nicht so Sturschädel Rourke. Er weigert sich standhaft, sich zu entschuldigen, was die schwul-lesbische Vereinigung noch mehr reizt.
Allerdings haben beide Seiten Argumente für sich. Während die Organisation zu recht moniert, dass der Ausdruck "Schuchtel" diffamierend sei und nur zu oft von aggressiven Schwulenhassern verwendet werde, pocht Rourke auf Redefreiheit. Der für sein Temperament berüchtigte Star: "Ich habe mehr schwule Freunde, als 50 Heteros aus meinem Bekanntenkreis zusammen. Also ist mir das scheißegal. Ich habe gemeint, was ich sagte." Man glaubt ihm fast, dass er nicht schwulenfeindlich ist. Trotzdem befreien einen auch Oscarnominierung und neugewonnener Ruhm nicht davor, anderen Respekt zu zollen und gelegentlich mal nachzudenken, bevor man etwas sagt.
Autor: Leadsatz GmbH