"Shanghai Knights" - Klamauk mit Ritterschlag

Wenn ein Film einigermaßen Erfolg hat, dann ist, nach der Lex Hollywood, eine Fortsetzung Pflicht. Das weiß Owen Wilson nur zu gut. Derzeit ist der Blondschopf an der Seite von Ben Stiller im Sequel von "Nachts im Museum" im Kino zu sehen. 2003 befolgten Wilson und Jackie Chan dieses Gesetz und führten mit "Shanghai Knights" (2003) ihre Wild-West-trifft-auf-Fernost-Komödie "Shang-High Noon" fort. Die beiden provozierten erneut einen kulturellen Auffahrunfall und tobten sich in wohl choreografierten Actionszenen einmal mehr aus, wie jetzt wieder bei ProSieben zu sehen ist.

Die Geschichte ist ziemlich abstrus und hanebüchen: Chon Wang (Chan) ist, nachdem er zusammen mit Roy O'Bannon (Wilson) den Wilden Westen erobert hat, Sheriff in einem kleinen Kaff. Dort erreicht ihn die Nachricht von der Ermordung seines Vaters, der in Peking das kaiserliche Siegel bewachte. Der Filius schwört Rache und sucht seinen alten Kompagnon Roy auf, der im New York des Jahres 1887 das gemeinsame Geld in einer Zeppelinfabrik versenkt hat und sich als Kellner und Gigolo durchs Leben schlägt.

Wieder vereint folgt das Rächerpärchen der Ganovenspur ins Herz des britischen Empires. In London sind sie beide, anders als in "Shang-High Noon", Fremde in einem fremden Land und müssen nicht nur mit machtgierigen Bösewichten, sondern auch mit der allzu britischen Lebensart fertig werden. Und da sich Roy obendrein in Chon Wangs bildhübsche Schwester Lin (Fann Wong) verliebt, ist für eine mehr oder weniger amüsante Nebenhandlung gesorgt, während sich unter vielen Verwirrungen die Jagd nach den Schurken zu einem - sehr amüsanten - Schnellkurs in britischer Kulturgeschichte entwickelt.

Im Grunde folgt "Shanghai Knights" den bewährten Mustern: Die Story ist einfach strukturiert, die Figuren sind klar in Gut und Böse unterteilt, Action- und Kampfszenen dienen allein dem Zweck der Unterhaltung. Was aber Jackie Chan im Allgemeinen und den Film im Besonderen auszeichnet, ist der Mut zum Slapstick, ist die Ehrlichkeit, mit der popcornkompatible Unterhaltung geboten wird.

Demnächst soll Chan den Kampfsport-Nachwuchs ausbilden. Im geplanten "Karate Kid"-Remake "The Kung Fu Kid" wird der 55-Jährige den Lehrmeister von Jaden Smith verkörpern, Wills zehnjährigem Sohn. Der Kinostart ist für den 12. August 2010 geplant.
Ausstrahlung am 03.07.2009 um 20:15 Uhr auf ProSieben

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Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder: ProSieben / Touchstone Pictures and Spyglass Entertainment Group

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