Es macht Bumm - und alles ist vorbei.
teleschau: Es war mal ganz anders. Da hatten Sie Krankheiten und Schicksalsschläge zu überstehen. Hirnschläge, einen Herzinfarkt. 2007 entstand aus einem Gespräch mit Markus Lanz das Buch "Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott. Die zwei Leben des Horst Lichter" ...
Lichter: Die Krise, das war mit 26 und mit 28 Jahren - ein Hirnschlag, und ein weiterer mit einem Herzinfarkt. Das Buch müssen Sie aber unbedingt lesen. Bitte, bitte. Dann sollten wir uns noch einmal unterhalten.
teleschau: Sie sollten und wollten damals kürzertreten.
Lichter: Ich sollte, aber ich tu's nicht. Ich lebe einfach mein Leben. Ich weiß ja, wann ich müde bin, dann muss man schlafen. Was die Zeit betrifft: Die bleibt einem, man teilt sie sich nur anders ein. All die Dinge, die ich machen darf, bereiten mir viel Spaß. Die Menschen geben mir immer wieder das Gefühl, dass sie sich auf mich freuen.
teleschau: Sie klingen richtig charismatisch, sind Sie denn sehr religiös?
Lichter: Nein. Ich versuche den Leuten nur zu vermitteln: Bitte versucht doch mal, einfach guter Stimmung zu sein. Leider sind sehr viele Profikritiker unterwegs, die ein Gesicht ziehen und den Tag mit dem Spruch beginnen: "Alter, du siehst aber heute wieder so richtig Kacke aus!"
teleschau: Sie dagegen beginnen den Tag sicher mit der ausführlichen Pflege Ihres Zwirbelbarts. Wie lang dauert die Pflege?
Lichter: Drei Minütchen. Ich halte kurz den Föhn drunter, trage etwas Haarlack auf und ziehe ihn an beiden Seiten mit Daumen und Zeigefinger glatt.
teleschau: Feministinnen haben an Ihnen eine dunkle Seite entdeckt. Sie sollen in Ihrer Sendung Frauen als "nugatgefüllte Marzipanpralinen auf zwei Beinen" bezeichnet haben und bekamen die "Saure Gurke" für den Spruch.
Lichter: Pralinchen. Marzipanpralinchen. Es war als Riesenlob gemeint. Marzipan und Nugat, das sind beides Dinge, die sind ungeheuer wohlschmeckend, teuer und edel. Wer das als dikriminierend empfindet, der - oder die - hat mich missverstanden.
teleschau: Sie halten als Koch die alten Werte hoch, pflegen die Tradition.
Lichter: Absolut. Meine "Sushi"-Show endet ja mit einem Traum von der Kartoffel. Ohne Kartoffel ist für mich keine Küche denkbar. Und ein 550-Gramm-Filetsteak, das als Schaum serviert wird, gibt mir nichts. Trotzdem ist die Molekularküche sehr wichtig, sehr innovativ. In ein paar Jahren wird das Einfluss auf die allgemeine Küche haben
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