Horst Lichter: "Ich liebe Menschen"
Seine Lieblingswaffe ist - neben dem Kochlöffel und dem Tranchiermesser - zweifellos der Diminutiv. Wenn Horst Lichter in seinem heimeligen Kölsch von "Lammröllchen" ("-röllschen"), "Möhrchen" oder Rosmarinkartöffelchen spricht, dann läuft einem das Wasser bereits im Munde zusammen, noch ehe die Kamera das Versprochene vor Augen führt. Witz und Ironie sind Horst Lichters Stärken, Kochen kann der 47-Jährige obendrein. Schon vor Jahren fiel er bei "Kerner kocht" als angenehmer Stegreifunterhalter auf, der noch jede Sendung rechtzeitig würzte, wenn sie fade zu versickern drohte. Der zwirbelbärtige Kochtopf-Harlekin vom Rhein versteht es tatsächlich, Küche und Kabarett locker zu mischen, und so ist er bei der Topf-und-Deckel-Sendung "Lafer!Lichter!Lecker!" für den eher behäbigen Johann Lafer genau der richtige Partner. Auf Mallorca feiern sie nun gemeinsam mit den Gästen Sonya Kraus und Heino im Beiprogramm zu "Wetten, dass ..?" die 100. Ausgabe ihrer ZDF-Show.
teleschau: Herr Lichter, Sie feiern auf Mallorca, Sie mögen wahrscheinlich die Stimmung am Ballermann. Ist die Lieblingsinsel der Deutschen neben Rommerskirchen Ihre zweite Heimat?
Horst Lichte

r: Keineswegs. Ich war noch nie auf Mallorca, aber ich freue mich darauf. Wir werden einen unfassbaren Spaß haben, wenn wir neben "Wetten, dass ..?" dort aufkochen dürfen. Die hundertste Sendung: Mein Gott! Man denkt gar nicht darüber nach. Aus der Zusammenarbeit mit Johann Lafer ist inzwischen eine selbstverständliche Freundschaft geworden. Wir verstehen uns einfach prächtig.
teleschau: Ihre Sendung im Studio ist stets ausgebucht, der Besucherandrang ist beträchtlich. Mit der Live-Sendung auf Mallorca können Sie da sicher eine Menge Fans zufriedenstellen.
Lichter: Naja, nicht jeder soll und kann seinen Urlaub vorverlegen, bloß damit er uns da sehen kann.
teleschau: Was werden Sie kochen - womöglich eine spanische Paella?
Lichter: Es ist nicht besonders spannend, wenn Leut

e woanders genau das kochen, was die dort viel besser machen. Nein, ich werde mir da lieber einen Grill besorgen - keinen Edelgrill, wie ihn Sterneköche benutzen, sondern so einen von der Tankstelle - und einfach lecker grillen und Spaß haben mit den Leuten.
teleschau: Sie bringen ja immer viel Witz in die Sendung ein, halten ein lockeres Pläuschchen mit den prominenten Gästen. Gibt es denn ein Drehbuch, oder wenigstens ein Treatment?
Lichter: Nein, wir schreiben überhaupt nichts auf. Man kann diesen Blödsinn nicht vorher schreiben. Das Einzige, was ich mache, ist, dass ich mich mit den Gästen vor der Sendung ein wenig unterhalte, um sie näher kennenzulernen. Neulich hat ein Regisseur nach der Sendung gesagt: "Mein Gott, haben wir es eigentlich gut. Wir machen Quatsch und dürfen lachen

und werden dafür noch bezahlt."
teleschau: Sie sind inzwischen eine richtige Fabrik: mehrere Fernsehsendungen, neben der Sendung mit Lafer auch immer wieder "Lanz kocht" und "Die Küchenschlacht", Sie schreiben Bücher, reisen mit ihrem gegenwärtigen Koch-Comedyprogramm "Sushi ist auch keine Lösung" durch die Lande und führen mit Ihrer Frau ein Lokal in Rommerskirchen. Wie schaffen Sie das, was ist Ihr Erfolgsrezept?
Lichter: Ich liebe Menschen. Wenn man die Menschen liebt, dann fällt einem alles sehr leicht. Ich freue mich sehr, dass das bis heute so gut funktioniert. Ich bin momentan in einer unheimlichen Glücksphase, in der ich jeden Tag überlege: "Stimmt das denn jetzt auch - oder träume ich?" Dann bekomme ich schon mal Angst, dass ich wach werde
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