Vielleicht wollten manche nur sehen, ob ich auf der Bühne umfalle."
Harald, mit bürgerlichem Namen Harry Heinz Herbert Juhnke, kam am 10. Juni 1929 in Charlottenburg zur Welt. Schnell entdeckte Nachkriegsschauspieler Hans Söhnker das Talent Juhnkes: "Du brennst. Und wenn einer brennt, vor Leidenschaft sich verzehrt, dann gehört er ins Theater."
Groß machten ihn Stücke wie "Der zerbrochene Krug" und später "Der Hauptmann von Köpenick" im Fernsehen, aber auch TV-Shows wie "Willkommen im Club". 1979 wechselte Juhnke von der Theaterbühne ins Entertainmentgeschäft. "Peter Ustinov sagte mal zu mir: Entertainer gibt es wenige, Schauspieler reichlich. Bau' deine Entertainerfähigkeiten aus." Nach dem Tod von Peter Frankenfeld übernahm Juhnke "Musik ist Trumpf" und avancierte zum Star der Samstagabendunterhaltung.
Für viele war er die Verkörperung des "deutschen Frank Sinatra", seinem großen Vorbild. "So einen Typen findet man eben kaum im deutschen Fernsehen", war Juhnke von sich selbst überzeugt. Doch das Engagement hielt nicht lange: Im Herbst 1981 quittiert das ZDF die Trunksucht des Moderators mit einer fristlosen Kündigung. Auch die ARD ließ ihn fallen: Zugesagte Fernseh-Auftritte kurzfristig abzublasen, ständig wiederkehrende Entgleisungen an Hotel-Bars und Auftritte unter merklichem Alkoholkonsum brachen dem Schauspieler und Musiker ("Barfuß oder Lackschuh", 1989) das künstlerische Genick.
Bereits 1959 kündigte sich an, was später zur traurigen Gewissheit wurde. Juhnke lieferte sich betrunken eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, schlug letztlich einen Wachtmeister zu Boden. Danach Blackout. "Keinen Tropfen mehr!", beteuerte Juhnke damals. War er trocken, überwarfen sich die Kritiker mit Lob und Glückwünschen. Für seine "herausragende komödiantische Leistung" im Film "Schtonk!" (1991) bekam Juhnke den "Ernst-Lubitsch-Preis".
Seit 2000 lebte der einstige große Mann des deutschen Fernsehens im Pflegeheim. Seine Sucht sorgte auch in dieser Zeit noch für Schlagzeilen. Gegen Ende seiner Bühnenkarriere schloss der Entertainer ("Meine große Zeit kommt, wenn ich alt bin") seine Shows mit der deutschen Version des Sinatra-Klassikers "My Way": "Was ich im Leben tat, das war bestimmt nicht immer richtig. Ich nahm, was ich bekam, und manches nahm ich nicht so wichtig. Wenn ich auch ganz gewiss mich nicht von Schuld und Schwächen frei seh', verzeih'n Sie, wenn ich sag': 'I did it my way'". Viele würden das gerne von sich sagen, aber nur wenige haben das Recht dazu
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