Geboren am 4. Juli: Premiere wird zu Sky, und das Fußball-Abo wird durch die Paketstrutkur teurer

Premiere heißt bald Sky. Was sich beim Münchner Bezahlsender zum Stichtag 4. Juli sonst noch ändern wird, wurde nun vor Journalisten verraten, und es ist gar nicht einmal so viel: Sky geht in neuer Angebotsstruktur mit fünf Paketen auf den Markt, die für Film-, Serien- und Sportfans sowie für High-Definition-Enthusiasten kaum Wünsche offen lassen. Das Wichtigste: In Sachen Fußball bleibt absolute Vollbedienung gewährleistet. Aber wer bei Sky Fußball schauen will, muss künftig ein Pflicht-Basis-Paket mitbuchen. Mit anderen Worten: Das Fußball-Abo wird teurer.

Auch wenn über Zahlen nicht so viel geredet wurde, sind sie entscheidend: Premiere hängt derzeit auf einem Abo-Stand von knapp zweieinhalb Millionen fest. Um schwarze Zahlen zu schreiben, so Vorstandsvorsitzender Mark Williams, sollten es schon "drei bis dreieinhalb Millionen" Kunden sein - Ende 2010 will Sky den Break-Even erreicht haben. Also müssen dringend neue Kunden her. Und natürlich sollen diese mit dem Hauptargument König Fußball geködert werden. "Wir übertragen jedes Wochenende 20 Stunden live aus der ersten und zweiten Bundesliga", so Sport-Vorstand Carsten Schmidt. Flankierend zum Senderstart wird ab 4. Juli eine massive Marketingkampagne anlaufen. "Zur Einführung des neuen Namens werden wir viel Lärm machen", kündigte Williams an. Die Programmpräsentation vor Journalisten fiel nun allerdings wenig spektakulär, sondern erstaunlich trocken aus.

Wer erwartet hat, Sky würde den Befindlichkeiten der Wirtschaftskrisengesellschaft womöglich mit einer rigorosen Kampfpreisstrategie begegnen, sieht sich also getäuscht. Offenbar befanden die Strategen: Nicht der Preis soll sexy sein, sondern das Produkt. Sky will über die Qualität kommen, und da, so kündigte Mark Williams, der Chef des derzeit noch unter Premiere firmierenden Bezahlkanals an, werde mit dem neuen Angebot nicht weniger als "eine neue Fernsehära" eingeläutet.

Aber die neue Ära hat ihren Preis. Die Maximallösung, also alle offerierten Sky-Pakete zusammen, kostet monatlich 54,90 Euro, zuzüglich fünf Euro für den HD-Empfang. Viel Geld, für Fernsehzuschauer, die auch schon für das öffentlich-rechtliche Programm Gebühren berappen müssen. Das Grundangebot ist freilich billiger geworden: "Sky Welt", vergleichbar mit "Premiere Familie", kostet 16,90 Euro im Monat - drei Euro weniger als bei Premiere -, beinhaltet aber keinen Fußball, keinen Sport, keine Film-Highlights. Was man dafür kriegt, sind 20 Sender, darunter TNT Serie, History, Motorvision TV, Spiegel Geschichte. Film-, Sport- und Fußballfans werden mit mindestens 32,90 Euro zur Kasse gebeten. So viel kostet also auch das Paket, das die Bundesliga beinhaltet - zuzüglich zehn Euro, wenn man das Ganze in HD-Technik haben möchte.

Und schon ist man wieder mittendrin im gefühlt schon uralten und vor allem urdeutschen Fernsehmarktkonflikt, der die Premiere-Macher seit jeher quält und auch dem tatsächlich ja sehr preiswert auf den Markt gepreschten Fußballanbieter Arena massiv zu schaffen machte: Nach wie vor sieht der Fan jede Menge Fußball im frei empfangbaren Fernsehen

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