"Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt" - Seichtes Trick-Geplansche

Es gab einmal eine Zeit, da hatte noch niemand von grünen Ogern aus dem Sumpf oder durchgeknallten Eiszeit-Figuren gehört. Damals war die Trickfilmwelt noch fest in der Hand der singenden Prinzessinnen und knuffigen Tierkinder. Doch die Dinge änderten sich. Nach "Tarzan" (1999) produzierte Disney eine Reihe von Trickfilmen, die nicht mehr ganz an die Erfolge von Werken wie "Aladdin" (1992, sechs Millionen deutsche Zuschauer) anknüpfen konnten - vom Kassenschlager "Der König der Löwen" (1994, elf Millionen) ganz zu schweigen. Dazu zählt auch das Unterwasser-Abenteuer "Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt" (2001), das RTL nun in einer Free-TV-Premiere zeigt. In Deutschland wollten knapp 1,7 Millionen Menschen den Film sehen. Im Vergleich dazu schaffte der im gleichen Jahr erschienene "Shrek" (Dreamworks) 3,6 Millionen.

Der tollpatschige Sprachwissenschaftler Milo glaubt fest an die Existenz der geheimnisvollen Stadt Atlantis. Doch leider teilt niemand seine Überzeugung, und er fristet deshalb ein recht unerfreuliches Dasein als kleiner Museumsgehilfe. Sein Schicksal wendet sich, als ein reicher Geldgeber eine Unterwasserexpedition finanzieren will. Gemeinsam mit einem Team schräger Kumpanen - zum Beispiel Sprengmeister Vinny, der schlagfertigen Anna und Spaßmacher Boudelaire - macht sich Milo auf die Suche nach Atlantis.

Als er die versunkene Stadt aber endlich entdeckt, bleibt ihm wenig Zeit zur Freude. Finstere Schurken bedrohen das Unterwasserreich, und es ist an Milo und Kida, der Prinzessin von Atlantis, die Gefahr abzuwenden.

Die Zeichnungen sind perfekt, wirken durch aufwendige Verschmelzung von 2D- und 3D-Bildern fast so echt wie ein realer Abenteuerfilm. Die Soundeffekte sind - natürlich - sensationell. Doch leider genügt eine fantastische Technik nicht, um einen guten Trickfilm zu kreieren. Ist ja schön, dass die Schatten achtdimensional sind und sich hexagonal überlappen, aber wieso wurde bei der Handlung so wenig Raffinesse an den Tag gelegt? Obwohl Drehbuchautor Tab Murphy ("Tarzan") immer noch eins draufsetzt, ist "Atlantis" nie richtig spannend.

Disneys nächste Projekte orientieren sich an traditionelleren Produktionen. Am 10. Dezember startet "Küss den Frosch" in den deutschen Kinos, dessen Geschichte sehr lose auf dem klassischen Märchen "Der Froschkönig" basiert. 2010 soll dann "Rapunzel" folgen.
Ausstrahlung am 27.06.2009 um 20:15 Uhr auf RTL

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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder: RTL

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