Und dann dachte ich an meine erste Liebe, denn das ist eine Geschichte, die jeder versteht. Und so entstand "Fairytale".
teleschau: Weiß die betreffende Person, dass das Lied von ihr handelt?
Rybak: (lacht) Oh ja, nur zu gut! Aber wir haben keinen Kontakt mehr, wir kommunizieren, wenn überhaupt, nur noch über Zeitungsartikel. Sie wurde wirklich bekannt durch die Tatsache, dass sie meine Ex-Freundin ist. Sie spielt Violine in Nachtclubs. Ich freue mich aber für sie, sie scheint glücklich zu sein.
teleschau: Das Album "Fairytales" hat eine gewisse Melancholie in sich. Ist das das russische Herz, das in Dir pocht?
Rybak: Natürlich fühle ich norwegisch und russisch, und da gehört die Melancholie einfach dazu! Trotzdem wollte ich ein Album machen, das man mühelos auf einer Party durchlaufen lassen kann. Deshalb gibt es zuerst die Up-Tempo-Nummern und dann die Balladen. Mir würde es gefallen, wenn die Hörer zu meiner Musik einschlafen würden. Außerdem wollte ich einen orchestralen Sound auf meinem Album, also habe ich die Geige immer und immer wieder gespielt, die Tonspuren wurden aufeinandergelegt, sodass es sich wie ein Orchester anhört. So war es auch ein wenig billiger. Ein ganzes Orchester kostet ja doch eine ganze Ecke mehr!
teleschau: Seit Deinem vierten Lebensjahr spielst Du Violine. War das immer freiwillig oder bekamst Du Druck von Zuhause?
Rybak: In Russland sind die Eltern unantastbar, und ihr Wort gilt so viel wie die Bibel. Da traut man sich als Kind nicht, aufzumucken! Doch als ich nach Norwegen kam, sah ich schnell, dass norwegische Kinder viel mehr Freiheiten hatten. Also startete ich meine persönliche Anarchie und verweigerte mich dem täglichen Üben! Meine Eltern versuchten dann, andere Trümpfe wie Spielzeug oder Süßigkeiten auszuspielen. Mit Erfolg: So übte ich wieder ein bisschen. Doch meine Kinder werde ich mit Sicherheit anders erziehen. Sie sollen bis mindestens 17 eine freie, einfache Kindheit haben und dann selbst entscheiden, was sie tun wollen!
teleschau: Bei Dir war alles schon vorgegeben?
Rybak: Ja! Als ich neun Jahre alt war, fragte der Lehrer in der Klasse herum, was wir Kinder denn mal werden wollen. Die anderen gaben Feuerwehrmann, Arzt oder so etwas an, und ich empfand die Frage als sehr befremdlich! Denn ich war ja schon Violinist, das hatten meine Eltern ja so für mich bestimmt. Es ist schon okay so, wie es ist. Sicher, vielleicht hätte ich einen anderen Weg gewählt, aber so ist es natürlich auch toll! Durch den ganzen Erfolg von "Fairytale" habe ich jetzt seit fast sieben Monaten nicht mehr Violine geübt und finde das auch nicht schlecht!
1
·
2
Zur Bilder-Galerie
Autor: Nina Becker-Göpner/teleschau - der mediendienst
Bilder:
Fredrik Arff / EMI Music
Weiterführende Links