Alexander Rybak: "Die Menschen sollen zu meiner Musik einschlafen!"

Von Beginn an war er der Favorit und gewann mit seinem Song "Fairytale" auch prompt mit der höchsten Punktzahl, die jemals vergeben wurde, den "Eurovision Song Contest". Alexander Rybak (23) spielt seit seinem vierten Lebensjahr Violine und ist in seiner Heimat Norwegen - dorthin siedelte er mit seinen Eltern vor 19 Jahren von Weißrussland über - schon seit drei Jahren ein Star mit hohen Chartsplatzierungen. Demnächst erscheint sogar ein Kinofilm, in dem Morten Harket, Sänger von a-ha, seinen Vater spielt. Jetzt will ihn ganz Europa - auf diese Rolle haben ihn seine Eltern schon seit Langem vorbereitet, sie sahen schon immer den Star in ihm. Aber auch wenn er in diese Rolle hineingewachsen sein mag, Rybaks Charme scheint wohl angeboren zu sein. Man kann sich ihm kaum entziehen, er weiß genau, wie er mit der Kamera und im Interview zu flirten hat.

teleschau: Herzlichen Glückwunsch zur Nummer Eins! Hast Du Dir eigentlich auch schon früher mal den "Eurovision Song Contest" im Fernsehen angesehen?

Alexander Rybak: Ich habe immer nur die Vorentscheidung verfolgt und muss gestehen, dass ich den "Eurovision Song Contest" das erste Mal im letzten Jahr gesehen habe. Ich war überwältigt von der aufwendigen, bombastischen Produktion und stellte mir aber auch die Frage, weshalb dort nicht nur die Besten der Besten auftreten. So wie bei den Olympischen Spielen, nur eben mit Musikern. Aber für Dima Bilan, den russischen Sieger habe ich mich wirklich gefreut!

teleschau: Wie fandest Du den deutschen Beitrag dieses Jahr?

Rybak: Der war auch okay, fand ich. Aber man sollte auch daran denken, dass Kinder zusehen, und da halte ich eine strippende Frau für unangemessen!

teleschau: Du bist als Wandervogel bekannt. Was hat es damit auf sich?

Rybak: Im Sommer breche ich jedes Jahr zwei Wochen zum Wandern durch Norwegen auf. Das macht den Kopf frei und ich kann neue Eindrücke sammeln. Ich klingele bei wildfremden Leuten an der Tür, schließlich muss ich ja irgendwo schlafen!

teleschau: Klingt fast ein bisschen nach einer Pilgerreise ...

Rybak: Naja, der Jakobsweg wäre nichts für mich, denn ich will mich nicht selbst finden, sondern andere Leute kennenlernen. Als ich das erste Mal zu meiner Tour aufbrach, wollten die Leute mir nicht öffnen, sie hatten Angst vor meinem Geigenkoffer, weil sie ja nicht wussten, was wirklich darin war! Doch als ich 2006 bei einem Nachwuchswettbewerb im norwegischen Fernsehen gewann, wurde die ganze Sache schon viel einfacher. Alle erkannten mich und hatten von nun an offene Türen. Sie luden ihre Freunde ein, und ich spielte vor 30 bis 40 Leuten gegen Kost und Logis! Ich war auf der Suche nach irgendetwas, das ich noch nicht benennen konnte, aber ich spürte, dass etwas in meiner Karriere vorangehen würde. Durch diese Wanderungen lernte ich viele Leute und Schicksale kennen, bekam neue Ideen für Songs.

teleschau: Entstand so auch "Fairytale"?

Rybak: Ja, nach einem ganzen Tag Wandern ruhte ich mich oben auf einem Berg aus und spielte Violine. Und dann spielte ich etwas, das mir sehr gut gefiel und ich dachte: "Hey, cooler Song! Wie heißt er noch gleich? Oh, das ist eine neue Melodie - ich denke, sie gehört jetzt mir!" Jetzt fehlte mir nur noch der Text dazu. Und da alle anderen Lieder die Geschichten der Leute waren, die ich auf meinen Wanderungen traf, fragte ich mich, welche Geschichte denn eigentlich meine eigene sei

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