500 Millionen Mondsüchtige: Die Landung auf dem Erdtrabanten vor 40 Jahren war ein weltumspannendes TV-Ereignis
"Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit": Mit diesem Zitat ging Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, in die Geschichte ein. Ohne zu übertreiben, hätte er fortsetzen können "... und ein gigantischer Schritt für die Entwicklung des Fernsehens". Die Live-Übertragung von der ersten bemannten Mond-Mission war ein beispielloses TV-Großereignis. 40 Jahre nach jenem denkwürdigen 21. Juli 1969 hat das Jahrtausendthema Hochkonjunktur bei den deutschen TV-Sendern. Quote machen lässt sich damals wie heute, zum Jubiläum, mit populären Verschwörungstheorien.
Die geglückte Landung der Mondmission Apollo 11 auf dem Erdtrabanten war am 21. Juli 1969, um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit, nicht nur der Höhepunkt eines irren Wettlaufs im All, bei dem sich mitte

n im Kalten Krieg Amerikaner und Sowjets gegenseitig ihre Überlegenheit versichern wollten. Die Live-Übertragung war auch eine gigantische PR-Schlacht: 500 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten in Echtzeit mit, wie Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond spazierten. 49 Länder der Erde waren zugeschaltet. Die Einschaltquote lag weltweit bei rund 50 Prozent - Werte, von den auch heutige Fernsehmacher träumen.
Die NASA hatte für die technische Realisierung des Prestigeprojekts einer Fernsehübertragung aus dem All rund zwei Milliarden Dollar locker gemacht. Das Budget für die werbewirksame Öffentlichkeitsarbeit verschlang damit rund ein Zehntel der Kosten für die Apollo 11-Mission. Die Sowjetunion schaffte es erst a

m 20. September 1970, mit der Luna 16-Mission Gesteinsproben vom Mond zu holen. Den ursprünglichen Plan, selbst Kosmonauten landen zu lassen, gab die Weltraumnation wieder auf.
40 Jahre nach der Mondlandung überbieten sich auch die Fernsehstationen mit offiziellen Erinnungsprogrammen - als ob dieses TV-Jahr nicht schon genug prestigeträchtige Jubiläen (unter anderem 60 Jahre Bundesrepublik und 20 Jahre Mauerfall) bieten würde. ARTE ist es für die Dokumentation "Im Schatten des Mondes", die passend zum Jubiläumsdatum am 20. Juli um 21.00 Uhr ausgestrahlt wird, gelungen, die Weltraumhelden von einst vor der Kamera noch einmal zusammenzubringen. Zuvor hat bereits ProSieben eine besonders spannende Mond-Dokumentation im Programm: Das britis

che Dokudrama "Moonshot - Der Flug von Apollo 11" (Samstag, 27. Juni, 20.15 Uhr) von Regisseur Richard Dale stellt nicht nur in eindrucksvollen Bildern und mit guten Schauspielern die eigentliche Mondlandung nach, sondern zeigt das Menschheitsdrama hinter den bekannten Fakten.
Dale bewies schon mit der Reportage "Diana - Die letzten 24 Stunden", dass er eine sichere Hand für brisante Stoffe hat. Anhand von bislang nie gezeigtem Bildmaterial und dank aufwendigem Faktenstudium rekonstruiert er nun auch das Jahrtausendereignis. In eine ähnliche Kerbe schlägt die "BBC Exklusiv"-Reportage "Das Abenteuer Weltraum", die am Sonntag, 28. Juni, um 10.05 Uhr, bei vox zu sehen ist. In der dreiteiligen Dokumentationsreihe werden die Hintergründe des Technikwettkampfs im All noch einmal aufgerollt
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