"Voll verheiratet" - Kurzschluss - nicht nur im Hotel

(tsch) "Gegen Ende der Flitterwochen starrte mich meine Frau an wie einen Fehlkauf" - der chaotische Honeymoon führte bei Drehbuchautor Sam Harper aber nicht zur prompten Scheidung, sondern zum Skript für "Voll verheiratet". In der schrägen Komödie (2003), die mit überschaubarem Erfolg in den Kinos lief und von vox nun wiederholt wird, reden die Verwandten und Freunde einem jungen Paar ständig ein, dass ihre Ehe nicht funktionieren kann und schicken es mit den schlimmsten Befürchtungen auf die Hochzeitsreise. Tatsächlich geht schon von Anfang an alles schief ...

Beim Tragen über die Schwelle donnert der Durchschnittstyp Tom (Ashton Kutcher) den Kopf seiner verwöhnten und steinreichen Braut Sarah (Brittany Murphy) versehentlich gegen den Türrahmen. Es folgt eine Sexblockade in der Hochzeitsnacht mit anschließendem Heulkrampf.

Bei ihren Flitterwochen in Europa sieht es nicht besser aus: Tom und Sarah klappern allerlei romantische Locations ab und würden nur zu gerne ihren ehelichen Gelüsten nachkommen, werden dabei aber vom Unglück verfolgt. Doch schlimmer als die Schäden, die sie in Hotelzimmern, Autos und Flugzeugen hinterlassen, wirken sich die Vorfälle auf ihre Gefühle aus. Dinge können repariert werden - aber gebrochene Herzen?

"Voll verheiratet" präsentiert gut beobachtete Einsichten über die Ehe in einer allerdings nervigen, hektischen Comedy-Verpackung. Regisseur Shawn Levy, der bei "Love Vegas" erneut mit Ashton Kutcher zusammenarbeitete und derzeit die Fortsetzung des Blockbusters "Nachts im Museum" dreht, jagt seine Protagonisten von einer Slapstick-Szene in die nächste, verspielt dabei gute Ideen zugunsten eines oberflächlichen Witzes und legt obendrein beträchtliche Geografieschwächen an den Tag: Paris am Alpenrand? So etwas kann nur ein Amerikaner glauben.

Immerhin stimmte die Chemie am Set: Ashton Kutcher, der zuletzt in der Kinokomödie "Love Vegas" abermals einen Frisch-Verheirateten spielte und aktuell mit der Produktion mehrerer MTV-Shows und -Serien beschäftigt ist, und Brittany Murphy ("Sin City") waren auch privat vorübergehend ein Paar, ehe er mit der 15 Jahre älteren Demi Moore anbandelte. Im September 2005 wurde geheiratet, die Hochzeitsreise führte das Hollywood-Paar nach Europa. Richtig erholsam waren die Flitterwochen aber nicht. Im Nachhinein ließ Moore verlautbaren: "Es ist schwierig, auf Sightseeing-Tour zu gehen, wenn man selbst für die Attraktion gehalten wird." Immerhin: Bis heute hält das Glück.
Ausstrahlung am 24.07.2008 um 20:15 Uhr auf vox Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder: vox / Fox

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