"The Fog - Nebel des Grauens" - Der Nebel kehrt zurück
(tsch) Remakes haben vor allem dann einen Sinn, wenn die modernen technischen Möglichkeiten für eine glaubwürdigere oder schlicht bessere Umsetzung eines Thema sorgen. So war zum Beispiel gegen Peter Jacksons "King Kong" (2005) selbst von den größten Skeptikern wenig einzuwenden. Im selben Jahr nahm sich der Regisseur Rupert Wainwright ("Stigmata") des Horrorfilms "The Fog - Nebel des Grauens" an, den John Carpenter 1980 drehte. Der Altmeister fungierte diesmal als Produzent. ProSieben zeigt die Neuverfilmung, die hierzulande rund 215.000 Zuschauer ins Kino lockte, nun als Free-TV-Premiere.
Carpenters Frühwerk - übrigens mit nur zwei Nebelmaschinen gedreht - erzählte von der Gründung des Ortes Port Antonio. Räuber lockten ein Schiff auf ein Riff, erbeuteten einen Schatz, mit dem sie sich

sesshaft machten. Die Besatzung kam ums Leben. Dann tauchte eine dichte Nebelbank vor der Küste auf, in der die damals Ermordeten als Zombies auf Rache lauern.
Im neuen Film läuft's aufs Gleiche hinaus: Im Jahr 1871 sank vor der Küste von Antonio Bay unter mysteriösen Umständen ein Schiff namens "Elizabeth Dane". An Bord war eine Kolonie Leprakranker, die sich auf der Insel niederlassen wollten. Niemand überlebte das Unglück. Nun also rüstet sich in der Gegenwart San Antonio für eine Feier, als das Wasser erst einmal eine Haarbürste und sonstige Alltagsgegenstände als Vorboten schickt. Es folgt: der Nebel und mit ihm die lebendigen Toten, die Rache nehmen wollen.
Mit Tom Welling ("Smallville"), Maggie Grace ("Lost") und Selma Blair ("Super süß und super sexy") wurde der Fi

lm recht namhaft und zielgruppenbewusst besetzt. Klar, dass diesmal dank besserer technischer Möglichkeiten der Nebel und mit ihm seine "Mitbringsel" ein klareres Gesicht bekommen. Auch Regisseur Wainwright spielt mit den menschlichen Urängsten, schafft aber nicht wirklich ein eigenständiges Werk. Mitunter geht die erzählerische Tiefe verloren, die hier von besonderer Bedeutung ist, da "The Fog" (alt und neu) eher Parabel denn schlichter Horrorfilm sein will. Es geht um die Aufarbeitung der Vergangenheit, um Schuld und Sühne. Doch diese potenzielle zweite Ebene der Story geht bisweilen im üblichen "Opfer-Konzept" (unwichtige Nebenrollen zuerst) verloren.
Ausstrahlung am 13.07.2008 um 22:50 Uhr auf ProSieben
Autor: Tom Ruder/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / Sony Pictures Television International
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