Sesede Terziyan: Die schöne Glückliche
(tsch) Vielleicht ist ihr Name noch nicht allen geläufig, aber dieses hübsche, von einer dunklen Lockenmähne umrahmte Gesicht mit den ausdrucksstarken braunen Augen, das kennt der Fernsehzuschauer inzwischen. Die Schauspielerin Sesede Terziyan - Achtung, jetzt wird's kompliziert: 1981 in Deutschland geborene Tochter armenischer Eltern aus der Türkei - startet in diesem Jahr mächtig durch. Ihr Auftritt im SWR-"Tatort: Schatten der Angst" überzeugte die Programmchefs derart, dass sie das 1,61 Meter kleine, aber überaus sportive Energiebündel nun gleich selbst in einer Hauptrolle ermitteln lassen. Im spannenden SWR-Thriller "In letzter Sekunde" (Mi., 09.07., 20.15 Uhr, ARD) spielt die lebensfrohe Wahlberlinerin eine Undercover-Agentin, die in eine Terrorzelle eingeschleust wird.
teleschau: Sesede, mit drei kurzen E's gesprochen - was bedeutet Ihr Name?
Sesede Terziyan: Eigentlich habe ich einen Doppelnamen: Sesede Jeranuhi. Ein armenischer Pfarrer sagte mir, das heißt:

Die schöne Glückliche. Ich kann es aber nicht bezeugen, da ich des Armenischen nicht mächtig bin. Ich weiß nur, dass ich nach meiner Großmutter benannt wurde und dass ich meinen Namen wirklich gerne mag - was immer er bedeutet (lacht).
teleschau: Ihre Eltern sind Armenier, Sie sprechen Türkisch, aber nicht Armenisch.
Sesede Terziyan: Bis meine Eltern nach Deutschland kamen, lebte meine Familie in der Türkei, auf dem Land in Anatolien. Dort gab es nicht die Möglichkeit, Armenisch zu lernen. Meine Eltern, aber auch meine Großeltern sprachen in der Türkei gar kein Armenisch mehr.
teleschau: Sie wuchsen in Deutschland ebenfalls ländlich auf.
Sesede Terziyan: Ja, ich wurde in Nordenham im Wesermarsch geboren. Meine Eltern hatten sich entschlossen, ihre Kinder ebenfalls a

uf dem Lande großzuziehen. Da gab es nirgendwo Armenischunterricht.
teleschau: Waren Sie schon mal in der türkischen Heimat Ihrer Eltern?
Sesede Terziyan: Aber sicher. Zum ersten Mal war ich als neunjähriges Mädchen da. Ein Teil der Familie lebt ja noch immer in der Türkei.
teleschau: Wie definieren Sie den Heimatbegriff für sich? Sind Sie Deutsche? Türkin? Armenierin?
Sesede Terziyan: Schwierige Frage (lacht). Denn da kommt noch mehr an Komplikationen hinzu: Bis zu meinem achten Lebensjahr lebte ich an der Nordsee, dann sind wir nach Baden-Württemberg gezogen, heute lebe ich in Berlin.
teleschau: Also?
Sesede Terziyan: Ich sehe mich als Europäerin.
teleschau: Das heißt?
Sesede Terziyan: Ich sehe mich als einen aufgeklärten Menschen. Mein

e Muttersprache ist die deutsche Sprache, auf Deutsch kann ich mich am besten ausdrücken. Andererseits ist von allen drei Seiten etwas in mir, und es kommt gelegentlich zum Vorschein.
teleschau: Klingt nach einer interessanten Persönlichkeit.
Sesede Terziyan: (lacht) Oder nach einer komplizierten ... - Nein. Ich habe das eigentlich im Griff und gehe ganz offen damit um - wahrscheinlich, weil ich in Deutschland frei und unbehelligt aufwachsen konnte. Da gab es nie einen Grund, irgendetwas in mir zu unterdrücken.
teleschau: Gibt es etwas, das typisch Deutsch ist an Ihnen?
Sesede Terziyan: Ich glaube schon. Das merke ich, wenn ich im Ausland bin. Dann bricht arg die deutsche Logistikerin in mir durch
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