"S.W.A.T. - Die Spezialeinheit" - 100 Millionen gute Gründe, böse zu sein
(tsch) Wie so wie viele Filme im neuen Jahrtausend war auch "S.W.A.T. - Die Spezialeinheit" die Leinwandwiedergeburt einer Krimi-Reihe aus den 70er-Jahren. Der von Clark Johson inszenierte Streifen eifert dabei so sehr dem amerikanischen Ideal einer patriotischen Polizistentruppe nach, dass man die dargebotene Handlung schon wieder getrost vergessen kann. Zum Glück hat "S.W.A.T." (2003), der hierzulande rund 900.000 Zuschauer in die Kinos lockte und nun von ProSieben wiederholt wird, neben namhaften Darstellern auch ein paar recht interessante Ideen zu bieten ...
Ein Schwerstverbrecher, der sich seinen edlen Zwirn mit Drogengeschäften verdient, wird aufgrund einer kaputten Rückleuchte am Auto seines gerade (von ihm) ermordeten Onkels verhaftet. So weit, so bel

anglos. Doch dieser Alex Montel (Olivier Martinez) setzt sich bei seiner Inhaftierung gekonnt mediengerecht in Szene: Er bietet marktschreierisch demjenigen 100 Millionen Dollar, der ihn befreit. Eine nicht unoriginelle Idee des "American History X"-Autors David McKenna. Da kriechen nun wirklich alle Fieslinge mit Kabelanschluss aus ihrem Versteck. Bei der Überführung des Obergauners kommt es dann schließlich zu mehreren Shootdowns, die ebenso furios wie feurig von in Szene gesetzt wurden.
Doch im Grunde geht es nicht um hohles Kawumm, sondern um eine durch und durch ernste Cop-Geschichte. Es dreht sich alles um das Schicksal von Jim Street (für seine Rolle mit dem MTV Movie Award 2004 ausgezeichnet: Colin Farrell), der wegen einer Befehlsmissachtung seines hyperaktiven P

artners Brian Gamble (Jeremy Renner) degradiert wurde und nun dank Sergeant Dan Harrelson (Samuel L. Jackson) seine zweite Chance bekommt.
Ganz klar: Gamble will sich rächen und auch an die 100 Millionen Dollar ran. So wird viel taktiert, noch mehr geschossen, und die junge S.W.A.T.-Truppe (darunter auch eine bekannt-grimmige Michelle Rodriguez, die sich nicht nur als Frau, sondern auch als Botschafterin für mehr geschlechtliche Toleranz in Spezialeinheitskreisen sieht) hat erheblich mit dem Insider-Wissen des ehemaligen Kollegen und neu erwachsenen Feindes zu kämpfen. Das ist solide und bietet angenehm kurzweilige Unterhaltung - obwohl alle so grimmig dreinschauen.
Ausstrahlung am 20.07.2008 um 22:20 Uhr auf ProSieben
Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / Sony Pictures Television
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