Reale Geschichten des Grauens: Schockierend: "Der Dokumentarfilm: Im Schatten des Bösen" (Di., 15.07., 22.45 Uhr, ARD)
(tsch) Der Kongo ist weit entfernt. Wie auch die Dramen, die sich dort täglich ereignen. Womöglich liegt darin der Grund, warum die restliche Welt scheinbar nichts davon mitbekommt, dass auf dem schwarzen Kontinent Frauen vergewaltigt und gefoltert werden, darunter auch Kinder. Susanne Babila holt die schreckliche Realität vom Ende der Welt ins Wohnzimmer. Verschont den Zuschauer im Fernsehsessel nicht vor der grausamen Wahrheit. Es tut weh, hinzusehen und hinzuhören. Die preisgekrönte Filmemacherin fing das Leid mit der Kamera auf. Sie lässt Frauen und Kinder ihre Geschichte erzählen, von Vergewaltigung, Mord und dem Trauma, das sie ein Leben lang verfolgen wird. Ihr schockierender Film "Im Schatten des Bösen" kommt nach einer Vorab-Premiere im vergangenen Herbst bei ARTE am Dienstag., 15.07., 22.45 Uhr, im Rahmen der Reihe "Der Dokumentarfilm" ins Erste Programm, wo er ganz bestimmt noch deutlich mehr für Furore sorgen wird.
Es sind Leben "Im Schatten des Bösen", die Susanne Babila in dieser Produktion des SWR porträtiert. "Ich wollte mit dem Film eine Plattform schaffen, die auf das Elend dieser Frauen aufmerksam macht u

nd dadurch ermöglicht, ihnen zu helfen", sagt die Reporterin. Der Kultursender ARTE wollte Susanne Babila zuerst diese Plattform bieten. Doch es sei schwierig gewesen, dieses Thema überhaupt durchzusetzen, auf das sie während der Wahlberichterstattung im Kongo 2006 aufmerksam wurde. "Damals dachte ich, das Augenmerk muss darauf gelenkt werden, wie sehr diese Menschen leiden, und dass unbedingt etwas passieren muss."
Es geht um Menschen wie Ntakobajira M'Bisimwa. Eine Nachbarin, die selbst vergewaltigt wurde, schickte die 30-Jährige zu einer Sozialarbeiterin. Dort, in einem winzigen, kargen Raum mit einem Stuhl, einem Schemel und einem Schreibtisch, beschreibt sie, was ihr widerfuhr. Sechs Männer seien in ihr Dorf gekommen und hätten ihren Mann

erschossen. Dann sei sie in den Urwald geschleppt und, im vierten Monat schwanger, von den Rebellen vergewaltigt worden. Ein Jahr lang habe man sie im Rebellencamp, wo sie schließlich ihr Kind gebar, als Sexsklavin gefangen gehalten. Beim Holzsammeln gelang ihr die Flucht. Seit ihrer Gefangenschaft habe sie schreckliche Schmerzen im Unterleib.
"Sie haben Risse in der Vagina. Die Gebärmutter der jungen Mädchen ist oft völlig zerstört. Sie haben keine Scheide mehr", sagt Dr. Denis Mukwege Mukengere, Chefarzt des Krankenhauses Panzi in Bukavu. Etwa zehn Frauen suchen täglich die Klinik auf. Im Jahr seien es bis zu 3.600, rund 1.000 von ihnen müssten dringend operiert werden, erklärt der Mediziner.
Wem kein mobiles Ärzteteam begegnet, der mu

ss einen Kilometer langen Fußmarsch auf sich nehmen, um in Panzi behandelt zu werden. Und dennoch stellt sich Ndamosu M'Buhefu den Strapazen. Ihre Schmerzen zwingen die 70-Jährige dazu. Sie ist letztes Jahr und vor wenigen Monaten wieder missbraucht worden. Fünf Männer waren es das letzte Mal. Schon vor acht Jahren sei sie überfallen worden. Ihr Ehemann wurde damals erschossen. "Sie haben auf mein Bein gezielt. Die Kugel ging durch das Fleisch und traf meinen Mann. Auch meine fünf Kinder haben sie umgebracht", berichtet die alte Frau das Unfassbare.
Diese Geschichten auszuhalten, fällt schwer. Unerträglich wird es, als die kleine Elisa einer Psychologin in Panzi von ihrer Vergewaltigung erzählt, ohne überhaupt zu wissen, was ihr da Schlimmes widerfahren ist. Sie spricht von Wasser und meint Ejakulat
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