"Das Leben ist wie Jeopardy!": Uriah Heep wollen mit ihrem neuen Album "Wake The Sleeper" die Fans aufwecken

(tsch) Als Rockdinosaurier würden sie sich nicht bezeichnen. Dieses Wort sei ein journalistischer Fauxpas, sagen sie. Denn sie sind so alt, wie sie sich fühlen, und Uriah Heep fühlen sich noch ziemlich jung. Auch wenn es in den letzten Jahren eher den Eindruck machte, die Herren um die 60 würden ihren Ruhestand vorbereiten. Zehn Jahre hörte man nichts Neues von Uriah Heep, still war es dennoch nicht um die englischen Melody-Rocker. Doch nach der Veröffentlichung des soundsovielten Best Of-Albums wurde es Zeit, wieder eine neue Platte aufzunehmen. Denn noch haben sie alle Zähne im Mund, und die mussten sie in den vergangenen zehn Jahren oft zusammenbeißen.

teleschau: Was habt Ihr all die Jahre gemacht?

Mick Box: Wieviel Zeit haben wir? (lacht)

Bernie Shaw: Wir versuchten, aus dem Vertrag mit Eagle Rock herauszukommen. Das letzte Album "Sonic Origami", das dort erschien, war ein tolles Album, gut aufgenommen, mit guten Songs. Die Fans liebten es. Es bekam gute Kritiken. Aber es stand in kaum einem Plattenladen. Wir tourten 18 Monate lang, um ein Album zu promoten, das kaum erhältlich war. In diesem Punkt haben Eagle Rock ihren Job nicht gemacht.

Mick Box: Überhaupt verlief die Promotion sehr schlampig.

teleschau: Wie ging es dann weiter?

Bernie Shaw: Wir sagten, dass wir ihnen kein neues Album mehr liefern. Da stand fest, dass wir aus dem Vertrag raus müssen. Und das dauerte dann einige Jahre.

Mick Box: Zur selben Zeit entwickelte sich auch das Internet rasend schnell. Es war ernüchternd, dass die Alben plötzlich kostenlos zur Verfügung standen. Damals versuchten wir, uns gegen das Portal Napster zu wehren. Dann stellte ich fest, dass es da draußen Tausende von Napsters gab und es unmöglich war, diese Entwicklung zu stoppen. Die Musikindustrie begrüßte das Internet mehr, als dass sie es bekämpfte, bis sie finanziell darunter litt. Die Branche musste sich selbst neu erfinden.

teleschau: Was bedeutete das für Euch?

Mick Box: Wir fanden nicht so leicht ein neues Zuhause, weil die Plattenfirmen kein Geld hatten. Unsere Suche dauerte ziemlich lange. Dann zeigte Century, ein Plattenlabel mit Sitz in London, Interesse an einem neuen Album von uns. Century verstand unsere Art, Classic Rock zu machen, somit war es das perfekte Zuhause. Als wir dem Label die Masters der neuen Songs gaben, sagten Sie uns, dass sie gerade von Universal übernommen worden sind. Wir hatten Glück, dass auch Universal vom neuen Album angetan war.

teleschau: Das Jahr 2007 begann für Euch mit einem einschneidenden Wechsel. Euer Drummer Lee Kerslake verließ die Band.

Mick Box: Für ihn war es an der Zeit, auf seine Gesundheit zu achten. Wir mussten einen neuen Drummer finden. Es war eine furchtbare Zeit, denn wir dachten, wir würden nie Ersatz bekommen. Russell Gilbrook war der letzte Drummer, der an diesem Tag zum Vorspielen kam, und er war es.

teleschau: Wie kann man sich so ein "Casting" vorstellen?

Mick Box: Jeder sollte drei Uriah-Heep-Songs mit jedem unserer Mitglieder proben, außerdem bekamen die Kandidaten einen Part zum Singen.

Bernie Shaw: Das ist die Basis von Uriah Heep

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