"Frauentausch" - Travestie trifft Monotonie
(tsch) Das "fröhliche" Family-Hopping nimmt kein Ende: Seit Sommer 2003 wurden in mehr als 150 und gefühlten 1.500 Folgen "Frauentausch" abenteuerlustige Damen in wildfremde Familien gesteckt. Dort durften sie dann für meist unerzogene Kinder und undankbare Gatten zehn Tage lang kochen, bügeln, waschen und putzen. Den Großteil ihrer Zeit verbringen die getauschten Mütter allerdings traditionell mit Heulen. Denn das schier unerträgliche Heimweh setzt oft schon kurz nach dem Verlassen der eigenen Wohnung ein und steigert sich schließlich im neuen Zuhause ins Unermessliche. Nun darf vom Sofa aus wieder gepflegt gelästert werden. RTL II strahlt 17 neue Folgen (ab 17.07., donnerstags, 21.10 Uhr) der Rekord-Dokusoap aus.
Seit jeher beweist der Münchner Sender das richtige Händchen, wenn es um die Auswahl der Familien geht: Grufti-Braut kommt in katholische Großfamilie, italienische Supermama wird gegen Stadtflittchen

ausgetauscht, Dorfmutti in eine arabische Patchwork-Familie gesteckt, eine Stewardess muss auf dem Bauernhof schuften. Zu den Glanzzeiten des Formats wollten bis zu 3,5 Millionen Zuschauer sehen, wie diese Gegensätze in der Wohnstube gnadenlos aufeinanderprallten. Mittlerweile lockt die Tausch-Sause immerhin noch durchschnittlich 1,3 Millionen (acht Prozent Marktanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen) vor den Fernseher.
Das treue Stammpublikum wird auch in den neuen Folgen nicht enttäuscht. Denn gleich zum Auftakt gibt es einen echten Hingucker: Die 43-jährige Monika aus Köln nimmt im schönen Wien den Platz der 32-jährigen Marcella ein. Diese heißt aber eigentlich Markus und ist eine glamouröse Drag Queen. Ihre "Familie" besteht aus ihrer Travestiegruppe, die die Tauschma

ma freudig empfängt. Mitleid darf man getrost auch mit Marcella haben. Die muss in Köln nun nicht nur arbeiten gehen, sondern sich auch um Monikas Gatten, den Frührentner Bernd, sowie um die erwachsenen, arbeitslosen Kinder kümmern, die Mutter täglich einen Besuch abstatten und den Nachwuchs direkt mitbringen. Mittelschwere Katastrophen, zünftige Streitereien und tränenreiche Nervenzusammenbrüche sind also, wie gehabt, vorprogrammiert.
Ausstrahlung am 17.07.2008 um 21:10 Uhr auf RTL II
Autor: Ute Nardenbach/teleschau - der mediendienst
Bilder:
RTL II
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