teleschau: Herr Bellmann, ursprünglich stammen Sie aus einem Dorf in der Nähe von Pirna. Wie lang leben Sie schon in Leipzig?
Dieter Bellmann: Ich begann 1958 das Studium hier an der Theaterhoc

hschule, war dann 1961 bis 1967 in Dresden, und seit 1967 lebe ich wieder hier, also seit 41 Jahren.
teleschau: In dieser Zeit konnten Sie einige Entwicklungen miterleben ...
Bellmann: Früher war Leipzig eine verräucherte Stadt durch den Braunkohleabbau rundherum. Mittlerweile ist die Luft sauber, die Tagebaulöcher wurden mit Wasser aufgefüllt und sind zu Seenlandschaften geworden. Auch die Stadt an sich ist sauberer. Wenn man sein Auto gewaschen hat, ist es nach einer Stunde nicht schon wieder dreckig. Es gibt viele Gründerzeithäuser hier, die wunderbar restauriert wurden. Es ist eine freundliche Stadt, eine grüne Stadt. Ich glaube, auf die Quadratkilometerzahl gesehen, sogar die grünste Stadt Deutschlands.
teleschau: Was gefällt Ihnen an Leipzig am besten?

>Bellmann: Die Überschaubarkeit, dieses wunderbare Zentrum, diese Kulturtradition dieser Stadt, die Kneipen, das ganze Flair hier - es ist wirklich ein "Klein-Paris".
teleschau: ... um Goethe zu zitieren. Können Sie erklären, warum man die Leipziger mögen muss?
Bellmann: Na, weil die Leipziger "helle, heeflisch und heemdiggsch" sind. Das ist ein Spruch von Lene Voigt, einer Mundartdichterin, die hier lebte und viel für das Kabarett schrieb. Die Leipziger sind muntere Leute. Ich will es einmal so beschreiben: Wenn in Leipzig im Kabarett eine Pointe gesprochen wird, dann dauert es eine Sekunde, bis der Lacher kommt, in Dresden dauert es fünf Sekunden und in Stuttgart zehn Sekunden, bis die Leute lachen.
teleschau: Ist das Ihre eigene Erfahrung?
Bellmann: Natü

rlich, ich inszenierte viel Kabarett, in Stuttgart, in Leipzig, in Frankfurt, überall.
teleschau: Würden Sie jemals aus Leipzig wegziehen?
Bellmann: Es kann immer sein, dass sich die berufliche Situation ändert, und man zum Umzug gezwungen ist. Aber mein Hauptwohnsitz wird immer hier in Leipzig bleiben.
teleschau: Haben Sie schon einmal den Direktor eines Leipziger Krankenhauses persönlich getroffen?
Bellmann: Aber natürlich, den Chef der Uniklinik, Dr. Josten. Außerdem ist mein bester Freund Leiter der Notarztklinik und wir tauschen uns oft aus über das, was ich mache und das, was er macht. Ein Geben und Nehmen, immer mit der Maßgabe, dass ich Schauspieler bin und kein Arzt
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