Er sei von den drei ersten Verfilmungen der Romane von Joanne K. Rowling nicht überzeugt gewesen, habe nie einen Zugang zur "Potter"-Welt gefunden, ließ er die Macher des vierten Teils ("Harry Potter und der Feuerkelch", 2005)

wissen. Ralph Fiennes' Familie war jedoch von der Idee, dass er Lord Voldemort spielen sollte, begeistert und redete auf ihn ein. Als ihm schließlich die ersten Konzepte zu seiner Rolle vorgelegt wurden, war der Bann gebrochen: "Der kleine Junge in mir, der es liebt, sich zu verkleiden und böse zu sein, schrie plötzlich: 'Ich will das spielen!'" Vielleicht überzeugte ihn auch die Tatsache, dass er lediglich zwei Drehtage zur Verfügung stehen musste.
"Als die Kinder mich in der Rolle des Lord Voldemort sahen, waren sie angemessen verängstigt. Das hat mich ungemein befriedigt." Und so wurde Ralph Fiennes ein weiteres Mal Teil eines Popkornkino-Werkes und schlüpfte für den fünften Teil der Zauber-Saga erneut in das Kostüm des Charakters, dessen Name eigentlich gar nicht genannt werden darf.

"Ich bin Schauspieler geworden, weil mich dunkle und widersprüchliche Helden faszinieren. Weil ich in den Rollen etwas ausleben kann, von dem ich nicht wusste, dass es in mir steckt", begründet der 44-Jährige die Entscheidung, Harry (Daniel Radcliffe) erneut Paroli zu bieten.
So überrascht es kaum, dass Ralph Fiennes immer dann, wenn er dank romantischer Rollen (auf seinen Part in "Manhattan Love Story" an der Seite von Jennifer Lopez wird er nur ungern angesprochen) zur idealen Projektionsfläche für allerlei Frauensehnsüchte mutierte, schon bald wieder sein diabolisches Wesen nach außen kehrte. Robert Redford, unter dessen Regie er 1994 in "Quiz Show" agierte, schwärmte von der "düsteren, getriebenen Kraft unter der perfekten Hülle". Steven Spielberg, der eigentliche Entdecker Fiennes

, sagte über seinen Darsteller in "Schindlers Liste": "In einem Moment hat er diese Freundlichkeit in den Augen. Und plötzlich werden sie von Kälte überflutet." Dass er mit Leidenschaft böse ist, bewies er zudem als Serientäter in "Roter Drache" und als geisteskranker Wohnheimpatient in "Spider" (beide 2002).
Auch Ralph Fiennes Ex-Frau Alex Kingston ("Emergency Room"), mit der er vier Jahre verheiratet war, wusste von seiner dunklen Seite zu berichten. Allerdings warf sie ihm vor, seinen schwierigen Charakter "als Waffe zu nutzen, um auf Partys missmutig und bedrückt passiv-aggressiv um Aufmerksamkeit zu buhlen". Mittlerweile praktiziert der Sohn eines Fotografen und einer Schriftstellerin regelmäßig Turnübungen auf der Yogamatte, um sein inneres Gleichgewicht zu finden
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