Und mit "Die Deutschen" überbietet das ZDF-Zeitgeschichts-Mastermind seine alljährlich zur Jahreswende gerne genommene Reihe "100 Jahre" nochmals an lexikarischem Wert - auch wenn es diesmal wohl mehr denn je kritische Stimmen ob der dramaturgischen Aufbereitung von Geschichte geben wird. Knopps, wenn man so will, "Jahrtausendreihe" setzt nämlich Maßstäbe, vor allem auch, was Ausstattung und Inszenierung der Spielszenen angeht. Schon in Teil eins gibt es gescriptete Dialoge sowie zuhauf wackere Recken mit gezückten Schwertern und holde Maiden in entzückenden Gewändern. Da sieht man schon, dass Knopps bekannter Glaubenssatz "Aufklärung braucht Reichweite" hier mit prallstem Leben gefüllt wird.

Als "ein Fenster in die deutsche Vergangenheit" bezeichnen die Macher ihre Reihe dann eben doch ganz zu Recht. Hinter den nun gewährten, mitunter schillernden Einblicken in das Leben in zehn Jahrhunderten steht ein nie da gewesener Aufwand. Vier Jahre lang wurde an der Reihe gearbeitet, insgesamt wurde an 220 Sets, darunter viele Originalschauplätze, gedreht. Bei manch einem szenischen Dreh seien bis zu 150 Personen beteiligt gewesen, vermeldet der Sender nicht ohne Stolz.

Computerspezialisten bastelten über 500 CGI-Sequenzen, um, so Produzent Uwe Kersken (Gruppe 5, Köln) und Serienproducer Christian Feyerabend, es dem Zuschauer zu ermöglichen, sich ein Bild zu machen, "wie die Deutschen damals lebten, wie sie sich kleideten, wie Städte und Dörfer aussahen". Auf dem Studiogelände wurden Nachbauten hochgezogen (von der Krönungskapelle Karls des Großen bis zur alten Peterskirche), und man hat insgesamt 120 professionelle Darsteller engagiert. Auch Film- und Theater-Prominenz ist mit von der Partie. Georg Prang gibt den Martin Luther, Stefan Jürgens ist als Wallenstein zu sehen, und Guntbert Warns kommt als Friedrich Barbarossa daher, um nur einige zu nennen.

Dazu kommen mehr als 100 Komparsen, die bei Massenszenen (etwa die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 oder Luthers Einzug in Worms zum Reichstag 1521) im Einsatz waren. Gedreht wurde auf Malta und in Rumänien, aber auch auf Schloss Sanssouci, in der Nikolaikirche Leipzig, am Dresdner Elbufer oder in der Krypta von Quedlinburg. Filmische Höhepunkte sind aber eher die 3-D-Animationen. Unter anderem wird die Entwicklung Berlins in einer Art Zeitraffer zu sehen sein: von der kleinen Residenzstadt des Soldatenkönigs bis zur Hauptstadt des wilhelminischen Reiches, über die erste Zeppeline flogen. "Selbst die neuesten 3-D-Workstations mit bis zu acht Prozessoren gelangten dabei an ihre Grenzen", teilt das ZDF dazu recht trockenhumorig mit

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