"Wer sind wir?", "Woher kommen wir?", "Wohin gehören wir?" - Diese nicht gerade kleinen Fragen umreißen gleich zu Beginn die Aufgabenstellung. Und dann marschiert schon König Otto I. mit seinem Aufgeb

ot der "deutschen" Stämme am Lechfeld bei Augsburg auf, um den marodierenden Ungarn zu zeigen, wo's fortan langgeht, im Teutonen-Reich.
Zurück auf Anfang heißt also zurück ins Jahr 955. Dort machen die Macher um Peter Arens, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Kultur und Wissenschaft, Professor Guido Knopp, Leiter des ZDF-Programmbereichs Zeitgeschichte, und Stefan Brauburger, Redakteur der Reihe, die Wurzeln der Deutschen aus. "Es gibt plausible Gründe", so lassen sie sich zitieren, den Beginn der deutschen Geschichte im 10. Jahrhundert anzusetzen. Otto I. hatte erstmals Schwaben, Franken, Sachsen und Bayern geeint - die gemeinsame Sprache bildete neben dem Willen zur kollektiven Territoriumsverteidigung das Fundament des "Königreichs der Deutschen",

das im frühen 10. Jahrhundert erstmals vereinzelt in den Annalen erwähnt wurde.
1.000 Jahre deutsche Geschichte, verteilt auf zehn Filme, die sich mit historischen Etappen befassen, aber den Menschen im Hier und Jetzt etwas Wichtiges mitgeben wollen. Vor allem Antworten auf zwei Fragen: "Was ist denn heute 'deutsch' zwischen Europa, globaler Herausforderung und World Wide Web?" Und: "Was bleibt von der Identität in einem allmählich schwindenden Nationalstaat?" Der Bogen wird weit gespannt: von Otto dem Großen bis hin zur Ausrufung der ersten Deutschen Republik durch Philipp Scheidemann im November 1918.
Damit ist auch klar, in welchem Kontext "Die Deutschen" nun unters Fernsehvolk gebracht wird: 90 Jahre Weimarer Verfassung. Aber es komme

n noch ein paar Kleinigkeiten hinzu: 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland, 20 Jahre Mauerfall sowie 160 Jahre Revolution von 1848. Letzterem Ereignis ist die Folge "Robert Blum und die Revolution" gewidmet. Sie soll an den bekannten Demokraten erinnern, der, so formulieren es die Verantwortlichen, "in seiner Person, in seinem Wirken, die Werte, die Fundamente, die unsere Demokratie heute tragen", verkörpere. - "Und doch geriet er fast in Vergessenheit." Der Revolutionär Blum wurde an einem für die deutsche Geschichte denkwürdigen Datum hingerichtet: am 9. November 1848. "Daran soll diese Reihe erinnern, ihm soll sie gewidmet sein", lassen Knopp und Co. wissen.
Die Reihe ist selbst für Knoppsche Maßstäbe monumental. "Das Gute an einem Geschichtsfilm ist, dass er nicht altert", sagt der prominenteste aller TV-Historiker
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