"Transformers" - Willkommen im Autoland
Sie waren die Lieblinge all jener, die in den 80er- und 90er-Jahren ihre Kindheit verlebten und denen an einem verregneten Samstagmorgen nichts Besseres einfiel, als RTL einzuschalten. Die "Transformers" erfreuen sich bis in die heutige Zeit bemerkenswerter Beliebtheit. Der Sprung ins Kino war daher nur folgerichtig. Mit Michael Bay nahm sich ein Regisseur der Leinwandadaption an, der die passende Philosophie für die Umsetzung des inhaltlich simplen, doch visuell spektakulären Stoffes mitbrachte. Der Action-Kracher "Transformers" (2007), den ProSieben nun erstmals im Free-TV ausstrahlt, ist grellstes Popcornkino mit dem Segen leichter Bekömmlichkeit. Der Actionstreifen, der den Augen keine Ruhepause gönnt, lockte allein hierzulande 1,5 Millionen Zuschauer in die Kinos. Die Fortsetzung, "Transformers - Die Rache", in diesem Jahr gar 1,9 Millionen. Klar, dass am dritten Teil schon gearbeitet wird. Der Kinostart wurde auf den 1. Juli 2011 festgelegt.
Wer den Hintergrund der Geschichte versteht und akzeptiert, kann bei "Transformers" mehr als zwei Stunden lang viel Spaß haben. Der existenzielle Kampf zwischen den außerirdischen Robotern, auf der ei

nen Seite die menschelnden Auto-Bots, auf der anderen die skrupellos mordenden Decepticons, soll vermutlich einiges über die Gattung Mensch aussagen. Doch letztlich hat die Menschheit bei der eigentlichen Auseinandersetzung, deren Ausgang auch über das Schicksal des Planeten Erde entscheidet, nicht viel mitzureden. Schließlich haben die Waffensysteme der US-Army den Metallwüstlingen nur wenig entgegenzusetzen.
Die Transformers - gut wie böse - suchen nach der Brille eines längst verstorbenen Polarforschers, der bei einer Expedition ins ewige Eis den eingefrorenen Superbösewicht Megatron aufgestöbert hatte. Bei diesem ersten Kontakt zwischen Mensch und Alien brannte sich ganz besonders wichtiges Kartenmaterial in die Brillengläser, das den Weg zu "AllSpark", dem Ursprung der transformersche

n Existenz, weist - und den Krieg zwischen Auto-Bots und Decepticons entscheiden könnte.
Der Enkel des Globetrotters, gespielt von Shooting-Star Shia LaBeouf, gerät mitten zwischen die elektronisch-mechanischen Fronten und hat seine Schwierigkeiten damit, die Ansprüche seiner Bittsteller zu befriedigen. Dabei heißt es für den typischen Highschool-Außenseiter nicht nur, sich zwischen wohl meinenden und zwielichtigen Robotern zu entscheiden, sondern auch das Herz einer coolen Braut, um in der Etymologie des Films zu bleiben, mit aufopferungsvollen Taten zu erobern. Gespielt wird sie von Megan Fox, die weniger durch differenziertes Charakterspiel, als durch Schweißperlen auf leicht gebräunter Haut überzeugen soll.
So schwingt der Film beherzt zwischen hübschen, umeinander werbenden Jun

gdarstellern und rasanten Kampf- und Jagdsequenzen hin und her, Letztere wahlweise mit computergenerierten Riesenrobotern oder - in diesem Fall dann transformiert - mit schnittigen Autos, Panzern und all dem, was das Militärarsenal sonst noch an Fortbewegungsmitteln bereitstellt.
"Transformers" ist Michael Bays geradlinigstes Unterhaltungsstück seit "The Rock": von Null auf Hundert in nur wenigen Sekunden, ein aufgemotzter, verlängerter Videoclip aus einem Guss mit dem Tiefgang eines Nichtschwimmerbeckens. Durch die dafür um so aufwendigere visuelle Extrapolierung blinkt, blitzt und leuchtet die Leinwand wie der Strip von Las Vegas bei Nacht.
Ausstrahlung am 08.11.2009 um 20:15 Uhr auf ProSieben
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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / 2008 Dreamworks LLC / Paramount Pictures
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