Wer aber nun doch alles ganz genau zum Datum, zu jenem 09. November, wissen will, der sieht sich am Montag, 02.11., um 21.00 Uhr, im Ersten ganz gut aufgehoben: Die Dokufiction "Schabowskis Zettel" vo

n Marc Brasse und Florian Huber kreist um eben jenen Zettel, den Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz verlas: "Die ständige Ausreise kann über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD beziehungsweise zu Berlin-West erfolgen." Und um den berühmten Satz: "Das gilt ab sofort." Ein Zettel als roter Faden fürs freudvoll-friedliche Chaos, das beileibe nicht so selbstverständlich war, wie es scheint.
Ganz ähnlich bereitet das ZDF bereits am Sonntag, 27.10., um 20.15 Uhr, die Maueröffnung auf: "Der schönste Irrtum der Geschichte - Wie die Mauer wirklich fiel" zeigt, wie viel Glück im Spiel war, an jenem Tag: Grenzsoldaten ohne Anweisungen standen immerhin euphorischen DDR-Bürgern gegenüber. "Es hätte ein Dritter Weltkrieg ausbrechen können", urteilt im R

ückblick gar Michail Gorbatschow, dem man die Öffnung ja auch verdankt.
Während Maybrit Illner am Donnerstag, 05. November (21.00 Uhr), eben jenen Michail Gorbatschow neben Hans-Dietrich Genscher, Günter Schabowski und Matthias Platzeck in ihrer Sendung hat, um über "20 Jahre Mauerfall: Einheit ja! - Gerechtigkeit nein?" und den heutigen Stand der Dinge zu diskutieren, hebt sich die von Thomas Kausch moderierte ARD-Sendung "Als die Mauer fiel" (Mo., 09.11., 21.00 Uhr) die Namen der Interviewpartner bis kurz vor der Sendung auf. Einspielfilme beleuchten hier noch einmal, wie die friedliche Revolution gelingen konnte. Sie zeigen aber auch, wie die Macht des Politbüros implodierte. Einblicke, Empfindungen derer, die Politik machten - auch von jener Frau, di

e als erste Ostdeutsche frei die innerdeutsche Grenze überquerte und so "Geschichte schrieb" (MDR).
Auch bei der Aufbereitung von "20 Jahren Mauerfall" gibt es natürlich unterschiedliche Perspektiven. Der Einsatz der historischen Zeitlupe überwiegt dabei ohne Frage, doch auch die Gegenwart wird nicht geschont. Bei RTL zum Beispiel fragen in einer "Extra Spezial"-Ausgabe Birgit Schrowange und Peter Kloeppel nach Einzelbeispielen: "Was wurde aus den Menschen, deren Bilder damals um die Welt gingen?" (Mo., 09.11., 22.15 Uhr).
Im Großen und Ganzen hätte man sich aber noch mehr kritische Sicht auf das Jetzt gewünscht. Das ZDF-Magazin "WISO", das bereits zu DDR-Zeiten häufig aus dem Osten berichtete, zieht am Montag, 02.11., um 19.25 Uhr, in einer Sondersendung aus Leipzig erfreulich nüchtern Bilanz: Man will wissen, was aus den Menschen und den Regionen geworden ist, über die "WISO" einst berichtet hat
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