teleschau: Als bekannt wurde, dass Dein viertes Album spanischsprachig sein wird, war die erste Reaktion vieler Fans "Ich dachte, Nelly Furtado hätte portugiesische Wurzeln" ...
Nelly Furtado:

Da ich schon als Kind Portugiesisch sprach, fiel es mir als Teenager sehr leicht, in der Schule Spanisch zu lernen. Die Sprachen ähneln sich schließlich sehr. Und als ich anfing, auf Spanisch zu singen, fühlte ich mich darin genauso aufgehoben, wie in den portugiesischen Liedern, die ich schon immer sang. Das ist mein Zufluchtsort.
teleschau: Doch Du scheinst die Sprache nicht nur gelernt, sondern eine Leidenschaft dafür entwickelt zu haben.
Furtado: Das stimmt. Als ich vor acht Jahren auf Juanes Song "Fotografia" sang, machte es Klick. Es fühlte sich einfach gut an, darum experimentierte ich auf meinem dritten Album schon ein wenig damit. Ich genoss es so sehr, dass ich weitermachte. Ich arbeitete mit anderen Künstlern zusammen und schrieb

für Jennifer Lopez einen spanischen Song. Dabei merkte ich, wie viel mir diese Sprache gibt.
teleschau: Spielen die kubanischen Wurzeln Deines Mannes Demacio dabei auch eine Rolle?
Furtado: Natürlich. Wir unterhalten uns auf Spanisch - nicht immer, aber dafür oft in sehr persönlichen Momenten. Und da Lieder ebenfalls etwas sehr persönliches, sehr Intimes sind, fiel es mir leicht, meine Gefühle in einer Sprache zu formulieren, die mir eigentlich fremd ist.
teleschau: Wie gut würdest Du Deine Spanischkenntnisse einschätzen?
Furtado: Perfekt ist mein Spanisch noch lange nicht. Ich schätze, ich spreche zu 50 oder 60 Prozent fließend. Darum habe ich mir auch Hilfe beim Texten gesucht, um meine Zeilen poetischer klingen zu lassen. Spanische Popmusik ist sehr lyrisch, und ich wollte, dass sich meine Platte mit einem richtigen spanischen Album messen kann. Sie sollte authentisch werden.
teleschau: Ist das der Grund, warum Du so lang gezögert hast, Deinen Traum zu verwirklichen?
Furtado: Es war Teil eines langen Prozess. Vorrangig musste ich mir klar werden, wohin ich wollte. "Loose" war ein sehr forderndes Album, ich war sehr lang auf Tour. Als ich nach Hause kam, nahm ich mir erst mal zwei Jahre frei. Das war meine erste Pause in acht Jahren. Es war großartig. Ich hatte danach das Gefühl, von vorn anzufangen, und ich mochte das. Wenn man ein normales Leben führt, einen Alltag hat, wird man leichter inspiriert. Ich fuhr früh meine Tochter zur Schule und ging anschließend ins Studio - während "Loose" eher ein Nachtalbum war, spielt "Mi Plan" am Tag
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