Karoline Teska: Auf Augenhöhe mit dem Vater

Es geht gut voran. Die 21-jährige Karoline Teska tauchte in der jüngeren Vergangenheit nicht nur im "Tatort" oder "Polizeiruf 110" auf. Sie drehte zudem den Theaterfilm "LENZ." frei nach Georg Büchners gleichnamiger Novelle (Di., 10.11., 3sat, 20.15 Uhr). Und "Ihr könnt euch niemals sicher sein" (WDR, 2008) mit Ludwig Trepte wurde mehrfach mit dem Grimmepreis ausgezeichnet. An der Seite des erfolgreichen Jungschauspielers ("Kombat Sechzehn") stemmt sie nun als willensstarke 17-Jährige Christoph Röhls Liebesfilm "Ein Teil von mir" (Kinostart: 15.10.). Teskas Vicky bekommt ein Kind, das beim One-Night-Stand entstanden ist, und will noch mehr - nämlich den Vater wider Willen von sich und dem Baby überzeugen. Überzeugt hat das Mädchen aus Halle offensichtlich auch ihren Spielpartner, denn die beiden sind seit den Dreharbeiten vor zwei Jahren ein Paar.

Karoline Teska kommt vom Balletttraining direkt zum Interview und gönnt sich in der Herbstsonne einen Milchkaffee. Disziplin und Ehrgeiz sind die beiden Worte, die dem Außenstehenden da zuerst einfallen. Beides stört wohl nicht, aber: "Es geht mir um Koordination, Fitness und darum, meinen Körper zu kennen. Außerdem", sie trinkt einen Schluck, "ist meine Mama Balletttänzerin. Es ist ein Teil von mir geworden, den ich mir nicht wegdenken kann." Sie muss lachen. Seit sie den gleichnamigen Film gedreht hat, fällt ihr auf, wie oft sie "ein Teil von mir" sagt.

Für eine professionelle Tänzerkarriere sei es "leider zu spät". Aber macht nichts: "Ich habe mich für das Schauspiel entschieden und bin mir seit ich zwölf Jahre alt bin sicher, dass das richtig ist." Ihre Eltern reagierten damals sehr gelassen, hätten sich ein Jahr lang angehört, was ihrer Tochter für die Zukunft vorschwebt. "Sie dachten, diesen Traum hat jedes Kind irgendwann. Dann erkundigte sich mein Vater, der in Halle am Theater Schauspieler ist, nach einem Kindercasting. Er fuhr mit mir acht Stunden nach München, um mir zu beweisen, dass das nicht klappt."

Es kam anders und Karoline stand mit zwölf das erste Mal vor der Fernsehkamera. "Alles hat sich ganz normal angefühlt", erinnert sie sich genau. "Mit Matthias Habich hatte ich in 'Boran' gleich einen ganz tollen Schauspieler neben mir, bin von ihm durch den Film geleitet worden", schwärmt sie und lässt an ihrer Ernsthaftigkeit, die sie bereits als Kind an den Tag legte, keinen Zweifel: Die Schule musste, nein, wollte sie nebenbei weitermachen. Nach dem Abitur ging sie direkt nach Berlin, und folgerichtig sieht sie sich beruflich im zehnten Jahr.

Es gab keine Zweifel, "nur den Gedanken was tu ich, wenn ich es nicht weiter machen kann? Also keine Angebote kommen." Karoline Teska hat schöne Augen und lange Wimpern, sie wirkt insgesamt sehr niedlich, ist aber viel erwachsener als sie aussieht. Optisch ist sie mit ihrem hochgesteckten langen Haar, dem süßen Gesicht und der zierlichen Statur eine ins Jetzt gebeamte Version des früheren Backfischs.

Die in Halle geborene Schauspielerin erwähnt ihre Eltern oft und beurteilt sich ob der vielen Trennungen in anderen Familien als "Glückskind". Zwölf Jahre Ballettunterricht bei der Mutter, die Möglichkeit, sich mit ihrem Vater heute "genussvoll auszutauschen" festigen die Beziehung zueinander. "Wir begegnen uns auf Augenhöhe, erzählen von unserer Arbeit. Ich fühle mich von meinem Vater verstanden, er behandelt mich wie eine Erwachsene

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