Ein Herz für Kinder: Xavier Naidoo veröffentlicht "Alles kann besser werden"

Xavier Naidoo ist in Plauderlaune. Er steht vor dem eigens gemieteten Bus, in dem er gleich sein neues Dreifachalbum "Alles kann besser werden" präsentieren wird. Und erklärt den angereisten Journalisten, dass er, der passionierte Autofahrer, selbst nur noch mit vergleichsweise langsamen "Oldtimern und Wohnmobilen" unterwegs wäre. Schließlich sei er einmal knapp davor gewesen, wegen diverser Geschwindigkeitsüberschreitungen den Führerschein zu verlieren. Auch später, während einer über zweistündigen Busfahrt, in der Naidoo sein neues Epos vorstellt und Fragen beantwortet, wird man das Gefühl nicht los, dass der 38-Jährige darauf bedacht ist, nicht mehr ganz so kontrovers zu wirken. Denn seine Gläubigkeit und die offenen Worte zu Politik und Gesellschaft schätzt schließlich nicht jeder. Und so plaudert er aus dem Nähkästchen, spricht viel über Entstehungsprozesse seiner Musik und zeigt eine überraschende Liebe zu Kindern und deren naiver Kraft.

Während der fahrenden Listening Session ist eines relativ schnell klar: Naidoos viertes Soloalbum unterscheidet sich sowohl mit seinen optimistisch-aufmunternden bis kritisch-wütenden Texten als auch in seinem wohlklingend und warm produzierten Soulpopsound nicht all zu sehr von seinen bisherigen Werken. "Es ist das, was man von mir kennt", so Naidoo. Das stimmt so weit. Dennoch betont der 38-Jährige deutlich die leichte Seite seiner Songs, gibt reichlich unterhaltsame Anekdoten aus Privat- und Arbeitsleben preis.

Über das Dreifachalbum etwa scherzt er, dass dessen Aufteilung in "zwei helle und eine dunkle" Seite fast schon wie eine Bierbestellung klinge. Erzählt, dass er inzwischen kein Vegetarier mehr sei, unter anderem auch, weil er erfahren habe, dass Stimmbänder durch Fleischverzehr gestärkt würden. Er spricht über seinen Traum, Erfinder zu sein und wenigstens mal ein kleines Patent anzumelden. Besonders gerne redet er aber natürlich über die Talente an der Popakademie Mannheim, die Zusammenarbeit mit dem dortigen Nachwuchs, über das entstehende Netzwerk von immer selbstsicher werdenden Künstlern. Und auf Nachfrage gibt er sogar zu, dass er, der Workaholic, eine Freundin hat, mit der zu Hause tatsächlich auch einmal nichts tun könne.

So witzig er sich auch gibt, beim Vorspielen der Songs ist Naidoo in sich gekehrt, nickt meist leicht mit dem Kopf und lauscht den Songs, fast ohne eine Miene zu verziehen. "Ich versuche, das Album jedes Mal für Euch neu zu hören", erklärt er später dazu. Da ist sie dann doch wieder, die Ernsthaftigkeit, die man eigentlich stets von Naidoo erwartet.

Wirklich überraschend sind allerdings die teilweise unbeabsichtigten Verweise auf Kinder, die der Sänger immer wieder im Verlauf der Busfahrt vom Stapel lässt. So hätte er "Mut zur Veränderung" eigentlich für ein Kinder- und Jugendmusical in Mannheim geschrieben, bevor er erkannte, dass das Lied auch für seine Zielgruppe, "junge Erwachsene" geeignet sei. "Wild vor Wut" hingegen sei ein Song für die Neuverfilmung von "Die Konferenz der Tiere". "Alles lebt" sei gar der Titeltrack einer Kindergeschichte, die er gerade entwickele und die auf seiner eigenen Kindheit basiere, da er damals auch mit allen Gegenständen um ihn herum gesprochen habe. Ob das Projekt so etwas wie "Tabaluga" von Peter Maffay werden soll? Ja, den Vergleich könne er gelten lassen, meint Naidoo. Später stellt sich zudem noch heraus, dass der Sänger auch an einer Musicalversion der Kultfernsehserie "Timm Thaler" arbeitet

1 · 2 · 3

 
Lifestyle RSS Feed
Lifestyle auf mein Yahoo!
Die häufigsten Fragen zu RSS 
 
 
Copyright © 2009 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten
Wir über uns - Hilfe - Jobs@Yahoo! - Yahoo! Services - Datenschutz - AGB - Impressum - Copyright-Richtlinien