Der darf alles ... Das Impro-Format "Dittsche" startet mit neuen Folgen (ab So., 18.10.)
Die Grillstation Eppendorf ist ja fast schon ein Promi-Imbiss. Thomas Gottschalk war da, Uwe Seeler, Wladimir Klitschko, Rafael van der Vaart mit Gemahlin, Hugo Egon Balder und viele andere. Sie alle schmückten sich gerne mit der gespielten Nähe zum Proletariat, wohl wissend, dass "Dittsche" ja gerade auch ein intellektuelles Publikum anspricht. Am Sonntag, 18. Oktober, startet die zwölfte Staffel der Improvisationscomedy.
"Dittsche beinhaltet alles, was man heute im lustigen Fernsehen nicht tun darf", sagt Hauptdarsteller "Dittsche"-Erfinder Olli Dittrich dermaleinst über sein Alter Ego. So ganz stimmt das nicht mehr.

Das Genre Impro-Comedy erlebte zwischenzeitlich ein Hoch, liegt aber zum großen Teil wieder bei den Akten der Fernsehschaffenden. Dittsche hat überlebt.
Seit 2004 läuft die Show, zunächst nur in einigen Dritten Programmen, mittlerweile auch im Ersten in der späten Montagnacht. Das Grundprinzip blieb stets unangetastet: Olli Dittrich spielt einen Hamburger Arbeitslosen namens Dittsche, der allwöchentlich bei seinem Kumpel Ingo in einem Imbiss aufschlägt, leere Bierflaschen abgibt, ein paar neue kauft und einige dazu verzehrt. Dabei redet Dittsche über Gott und die Welt, stellt wilde Verschwörungstheorien auf und blickt auf diese Weise zurück auf die Ereignisse der vergangenen Woche. Oder er gibt seine ureigenen Prophezeiungen ab. In der letzten Staffel erinnerte ihn ein

ungewöhnlicher Kuchen, den er gebacken hatte, an Michael Jackson im Sarg. Das war wohlgemerkt im Frühjahr.
"Dittsche kann erfolgreiche Leute kritisieren, gerade weil er selbst so ein armseliges Dasein führt. Ich finde das irrsinnig komisch", erklärt Dittrich, der für das Format bereits eine Vielzahl von Preisen erhielt, unter anderem den Deutschen Fernsehpreis, den Grimmepreis und zuletzt die Goldene Kamera. Ihm zur Seite stehen weiterhin Jon Flemming Olsen als Gastwirt Ingo, mit dem Dittrich bereits Ende der 90er-Jahre in dem TV-Format "Olli, Tiere, Sensationen" zusammenarbeitete, und der Musiker und Schauspieler Franz Jarnach als meist schweigende Schildkröte.
Nach Ausflügen in den gerade beim jungen Publikum wenig populären Samstagabend ist Dittsche nun wieder auf den Sonntag zurückgekehrt. Der WDR strahlt die aktuelle Folge jeweils um 23.15 Uhr im Anschluss an "Zimmer frei" aus, im Dritten Programm des NDR läuft sie um 23.30 Uhr. Das Erste wiederholt dann die neuen Folgen montags, gegen 00.20 Uhr. Am 23. Oktober, nur wenige Tage nach der Premiere, erscheinen zudem drei weitere Staffeln (sechs bis acht) auf DVD.
Zur Bilder-Galerie
Autor: Kai-Oliver Derks/teleschau - der mediendienst
Bilder:
WDR / Mathias Bothor
Weiterführende Links