Adrian Grenier: "Die meisten Frauen halten sich von mir fern"
Es muss sich sehr skurril anfühlen, als Schauspieler einen Schauspieler zu spielen. Besonders, wenn man wie Adrian Grenier eigentlich andere künstlerische Ambitionen hat. "Ich mochte es nie, auf Zusagen zu warten. Schauspielerei ist nur dann toll, wenn man tatsächlich arbeitet." Deshalb sei er auch lieber selbst als Regisseur tätig, erklärt der 33-Jährige beim Interviewtermin in München. In der US-Serie "Entourage" ist er Vince Chase, ein aufstrebender Hollywoodstar und Frauenheld. Hierzulande kennt man Grenier aber eher durch seinen Part in der Kinokomödie "Der Teufel trägt Prada" (2006). Denn, Pech für die heimischen Fernsehzuschauer, seine Serie ist in Deutschland nur bei Fox über den Bezahlsender Sky zu sehen. Dort läuft mittlerweile die fünfte Staffel (sonntags, 19.45 Uhr).
Auch wenn Vince die Hauptfigur ist, dreht sich "Entourage", soviel verrät schon der Name, mehr um seine Gefolgschaft von Angestellten. Zu ihr gehören neben seinem Bruder (Kevin Dillon) zwei Schulfreun

de (Kevin Connolly und Jerry Ferrara) und sein Agent Ari Gold (Jeremy Piven). Sie alle basieren auf echten Personen aus dem Umfeld von Hollywood-Star Mark Wahlberg, der die Serie entwickelte.
Adrian Greniers eigener Stab ist nicht ganz so groß. Er empfinde es als sehr wichtig, bodenständig zu bleiben, erklärt der Schauspieler. Auch bei den Frauen sei er nicht annähernd so beliebt wie sein fiktives Alter Ego. "Ich muss jeden Tag als ich selbst nach Hause gehen. Das ist nicht ganz so aufregend", kokettiert der Wahl-New-Yorker. "Im Gegenteil, seit die Serie bekannter geworden ist, denken die meisten Frauen, ich bin wie Vince, und halten sich von mir fern." So ist er nach seiner Trennung von Schauspielerin Isabel Lucas ("Transformers") im Sommer 2008 Single. L.A. sei kein gutes Pflaste

r für die Liebe, meint Grenier. Trotzdem wurden ihm zuletzt unter anderem Affären mit Drew Barrymore und Ashley Greene ("Twilight") nachgesagt.
Klingt fast so turbulent, wie das abwechslungsreiche Leben seiner Serienfigur. In "Entourage" geben sich große Schauspieler und andere Persönlichkeiten wie Scarlett Johansson, Jessica Alba und Martin Scorsese quasi die Klinke in die Hand, viele von ihnen, um mit Vince Chase zu arbeiten. Wird man da nicht manchmal neidisch, auch wenn dessen Erfolg nur fiktiver Natur ist? "Nein. Ich bin eigentlich nur glücklich, dass ich bei seinen Abenteuern dabei sein darf. Selbst wenn meine eigene Karriere nie so erfolgreich verlaufen sollte, durfte ich durch ihn unheimlich viel erleben." Die Kontakte, die er durch die Serie knüpfen konnte, seien für ihn

als Regisseur auch nützlich gewesen. "Ich hatte Zugang zu Leuten, an die man sonst nicht so leicht herankommt."
Zuletzt arbeitete er mit Matt Damon zusammen und gemeinsam erlaubten sie sich einen Scherz: Im Netz tauchte ein Video auf, in dem Grenier einen Spot für die Charity-Organisation "ONEXONE" dreht. Immer wieder vermasselt er darin seinen Text, bis Regisseur Matt Damon die Geduld verliert und einen Wutanfall bekommt. Inzwischen ist klar, dass es sich um eine abgesprochene Aktion handelte, und die "Entourage"-Truppe die Hilfsorganisation unterstützt.
So eng die Freundschaften der Serienfiguren untereinander auch sein mögen, im wahren Leben sei das Verhältnis zu seinen Co-Stars eher angespannt: "Ich hasse dieses Kerle!" Doch sofort lässt Adrian sein strahlendes Lächeln aufblitzen und beteuert: "Ich mache nur Spaß! Wir arbeiten sechs Monate lang zwölf Stunden pro Tag zusammen
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