Dazu duettiete er mit allerlei illustren Partnern von alten Weggefährten wie Waylon Jennings und Johnny Cash bis zu Ray Charles und Julio Iglesias. "Write Your Own Songs" ist eine seiner Aufnahmen aus dieser Zeit betitelt, doch Nelson probierte sich viel lieber an fremdem Material: Elvis' "Always On My Mind", Neil Youngs "Heart Of Gold", Paul Simons "Graceland" oder Townes van Zandts "Pancho And Lefty" - mal mit mehr, mal mit weniger Fortune.

Nachdem ihn zum Ende der 80er-Jahre die Steuerbehörde mit Nachzahlungsbescheiden in Millionenhöhe an den Rand des Ruins getrieben hatte, stand Nelsons Karriere mehr denn je auf der Kippe, doch er machte weiter, konsolidierte sich wirtschaftlich und künstlerisch. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem 40 Jahre jüngeren Alternative-Country-Sänger Ryan Adams auf "Songbird" (2006) findet auf dem vorliegenden Box-Set leider ebenso wenig Berücksichtigung wie sein Beitrag für den "Brokeback Mountain"-Soundtrack (2005).

Und dennoch: "One Hell Of A Ride" erweist sich tatsächlich als der versprochene Höllenritt, als äußerst heterogener, schwieriger aber umso spannenderer Fundus für Fans und Willie-Novizen gleichermaßen. Am Ende rahmt eine exklusive Neuaufnahme seines ersten Songs "When I've Sang My Last Hillbilly Song" den großen Zyklus ein. Hieraus die abschließende Vollendung eines Werks herauslesen zu wollen, hieße aber wohl, den ungebrochen lebhaften Schaffensdrang dieses zähen, eigensinnigen Texaners gründlich zu unterschätzen.

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Autor: Jens Szameit/teleschau - der mediendienst
Bilder: Promoteam

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