Wolfgang Winkler und Jaecki Schwarz: Die besten Bouletten von Berlin
(tsch) Seit 1996 sind sie - in über 30 Fällen - die Hallenser Kommissare vom "Polizeiruf 110": Wolfgang Winkler und Jaecki Schwarz. Die Quote stimmt, mit bis zu neun Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 26 Prozent. Man kommt an beim Publikum. Ein eingespieltes Paar sind die beiden, Freunde auch im richtigen Leben. Winkler macht den etwas Prolligen, Schwarz ist der intellektuelle Pedant. Als Kommissar Schmücke (Schwarz) im Film gar in Schneiders Wohnung zog, segelte man stark auf Lemmon-Matthaus "Odd Couple"-Kurs. Inzwischen ist das Private beim "Polizeiruf" wieder gekappt. Als Ersatz dafür gibt es nun einen sehr netten Degeto-Familienfilm quer durch alle Generationen, in dem sich die beiden endlich mal nach Lust und Laune wieder kabbeln dürfen. Wie aber steht es mit dem "Traumpaar" (Fr., 23.05., 20.15 Uhr, ARD) in Wirklichkeit?
teleschau: Im MDR-"Polizeiruf 110" uferte Ihr gemeinsames Privatleben gelegentlich aus. Inzwischen leben Sie da aber wieder getrennt. Nun spielen Sie in der Familienkomödie "Das Traumpaar" ein Altherr

en-Paar, das sich gegenseitig gerne auf die Schippe nimmt. Hatten Sie Spaß daran?
Wolfgang Winkler: Der Titel ist natürlich schmeichelhaft. Ein "Traumpaar" sind wir sicher nicht, aber so richtig haben wir nichts dagegen, wenn man uns so nennt. Ist doch schön, wenn man mal was anderes als nur immer die Kommissare spielen darf und nicht immer die berühmten Kurzsätze sagen muss: "Wo waren Sie gestern zwischen neun und zehn?"
Jeacki Schwarz: Es war ein lang gehegter Wunsch von uns beiden, so ein Freundespaar zu spielen, das sich Jahrzehnte kennt und immer wieder in die Wolle kriegt. Wir haben irgendwann nach Jahren endlich unsere Fernsehspielchefin erweicht, dass wir das spielen dürfen. Bei "Wo waren Sie gestern ...?" muss ich ja schon immer lachen. Die Frozzeleien

im "Polizeiruf" wurden zurückgeschraubt. Sie wurden von der Redaktion nicht so gemocht, obwohl wir vom Publikum viel direkten Zuspruch bekamen. Ist doch schön, so ein bisschen Verarsche in all der knisternden Spannung zwischendurch.
teleschau: Standen Walther Matthau und Jack Lemmon Pate?
Winkler: Na ja, an die kommen wir nicht heran. Wenn man diese Latte anlegt, wird man dem Film nicht gerecht. Bei aller Liebe: Bei Neil Simon sind die Dialoge einfach geschliffener. Wir hatten keinen Shakespeare, den hätten wir gern gehabt. Aber wir haben beide als Schauspieler unser Bestes gegeben. Wenigstens das.
teleschau: Haben Sie "Ein seltsames Paar" auf der Bühne gespielt?
Winkler: Ich habe es in der Dresdner Komödie gespielt, mit einem anderen Partner.

Jaecki Schwarz hatte leider keine Zeit - schade.
teleschau: Werden Sie es irgendwann doch noch spielen?
Jaecki Schwarz: Auf keinen Fall. Der Zug ist abgefahren. Nun hat er es ja schon mit einem anderen gespielt. Nee, das ist vorbei. Wir suchen dringend ein neues Stück.
teleschau. Wie sehr sind Sie miteinander befreundet im richtigen Leben?
Winkler: Wir kennen uns seit Jahrzehnten, sind sogar auf dieselbe Schauspielschule, die Deutsche Hochschule für Filmkunst im Potsdam, gegangen. Er kam allerdings, als ich ging, weil ich der Ältere von uns beiden bin. (Winkler ist 1943 in Görlitz geboren, Schwarz 1946 in Berlin, d. Red.). Er war später Promischauspieler am Berliner Ensemble. Man hat die Arbeit des anderen gesehen und auch zusammen Filme gedreht
1
·
2
·
3