"Sin City" - Letzte Liebesakte

(tsch) Im Grunde ist "Sin City" ein Liebesfilm. Eine Hommage an die Emotionen und das, was sie bewirken können. Wobei Frauen hier nur die Katalysatoren, die Auslöser sind. "Sin City" ist ein Film von Männern, mit Männern und vor allem für Männer. Die dürfen träumen, knapp zwei Stunden lang, von all dem, was Mann zu tun bereit sein könnte, wenn er denn wirklich mutig wäre. Und zur Liebe fähig. ProSieben zeigt das visuell einzigartige Spektakel von 2005 nun als Free-TV-Premiere.

Alle Welt sprach zunächst von den optischen Eindrücken, die sich aus "Sin City" mitnehmen lassen. Und von seiner Brutalität. Der Regisseur Robert Rodriguez ("From Dusk Till Dawn") legte hier die womöglich treueste Comic-Verfilmung aller Zeiten vor. Er setzte die gezeichneten Abenteuer des Autors Frank Miller Bild für Bild um, der auch die Vorlagen für die Spartaner-Schlachtplatte "300" und den für 2009 geplanten Film "The Spirit" lieferte. Alles ist schwarz-weiß, den gesamten Film über. Nur ab und an kommt Farbe ins Spiel. Rot vorwiegend, immer dann, wenn es um Liebe und Schmerz geht. Gelb, wenn ein widerwärtiger Bastard seinen Auftritt hat. Darüber hinaus bediente sich Rodriguez auch bei den Dialogen nahezu ausschließlich der knappen, überzogenen Comic-Sprache.

Drei Geschichten erzählt der Kult-Regisseur, die allesamt die Liebe als Auslöser haben. Bruce Willis spielt einen herzkranken Cop und damit die einzige Figur, die sich in "Sin City" zumindest halbwegs dem Gesetz verbunden sieht. Er rettet ein kleines Mädchen aus den Klauen eines Vergewaltigers und gibt dafür beinahe sein eigenes Leben hin. Jahre später wird er das Mädchen (Jessica Alba) wieder finden und seine Mission zu Ende bringen müssen. Mit einem fairen Handel - junges Leben gegen altes Leben.

Mickey Rourke, der hier ein eindrucksvolles Comeback feierte und dabei hinter seiner Maske kaum zu erkennen ist, spielt einen irren, deformierten Amokläufer, der auf Rachefeldzug geht - nachdem ein Mädchen, das ihm eine Nacht lang Liebe schenkte, getötet wurde. Und schließlich ist da Clive Owen, wenn man so will die realste Figur des Films, der ein paar befreundeten Nutten (angeführt von Rosario Dawson) in einem Krieg gegen die Polizei und den Mob hilft. Benicio Del Toro, der Mann mit dem Gesicht, das wie kein anderes in die Ästhetik des Films passt, wird sein Gegner sein.

Sie alle agieren in einer ausschließlich künstlichen Welt. Nichts ist hier echt, alles am Computer entstanden, und gerade deshalb erscheinen die Emotionen der drei Hauptcharaktere, die ihren Herzen bis zur vollkommenen Selbstaufgabe folgen, so ungefiltert und schonungslos.

Dass die Aggressionen für alle sichtbar dargestellt werden, lässt "Sin City" ganz sicher auch zum Splatterfilm werden, der folglich nicht gerade jedermanns Geschmack treffen kann. Man muss es schon ertragen können, wenn Elijah Wood ("Herr der Ringe") erst die Gliedmaßen abgetrennt werden und ihm danach ein hungriger Wolfshund auf seinen verbliebenen (und noch lebenden Torso) gehetzt wird

1 · 2

Tageshoroskop bei Yahoo!
 
Lifestyle RSS Feed
Lifestyle auf mein Yahoo!
Die häufigsten Fragen zu RSS 
 
 
Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten
Wir über uns - Hilfe - Jobs@Yahoo! - Yahoo! Services - Datenschutz - AGB