Simone Thomalla: Ermitteln mit dem Ex

(tsch) Simone Thomalla, Freundin von Ex-Schalke Manager Rudi Assauer und einem breiten Publikum bekannt aus der Bierwerbung, als neue Leipziger "Tatort"-Kommissarin? Klingt zunächst unpassend, ist es aber nicht. Zum einen ist die an der Ost-Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" ausgebildete Mimin tatsächlich gebürtige Leipzigern und damit fast schon ein Solitär im immer weniger heimatverbundenen "Tatort-Geschäft". Zum anderen weiß die 1965 geborene Thomalla in ihrer Rolle als selbstbewusste Kommissarin Eva Saalfeld zu überzeugen. Auch dank des lustvollen Gegensatzes zu ihrem großartigen Partner Martin Wuttke. Gemeinsam geben die Schöne und der Spröde das erste Ex-Ehepaar auf Mördersuche in Folge 700 des ewigen Kultformats "Tatort" ("Todesstrafe", So. 25.05., 20.15 Uhr, ARD).

teleschau: Sie wurden in Leipzig geboren, sind aber nicht dort aufgewachsen ...

Simone Thomalla: Richtig, nur meine ersten Lebensmonate verbrachte ich dort. Danach zog ich nach Potsdam. Trotzdem wohnte der Großteil meiner Verwandtschaft in Leipzig, was zu sehr regelmäßigen Besuchen führte. Meine Mutter war das jüngste von neun Kindern, und die Bindung an ihre Mutter war sehr eng - allein deshalb waren wir fast jedes Wochenende bei der Oma. Auch die meisten Ferien verbrachte ich dort. Leipzig ist schon so etwas wie eine zweite Heimat für mich.

teleschau: "Tatort"-Kommissar zu werden, ist ja schon eine Art Adelung für einen deutschen Schauspieler. Wie stolz sind Sie auf diese Rolle?

Simone Thomalla: Ich bin ein Mensch, der generell eher zum Tiefstapeln neigt. Insofern muss ich mich selbst dazu animieren, dass ich darauf auch ein bisschen stolz sein darf. Wenn ich mir anschaue, wer in den letzten Jahrzehnten "Tatort"-Kommissare gespielt hat, dann sind das einfach wunderbare Kollegen. Vielleicht einmal mit Leuten wie Götz George oder Maria Furtwängler in einem Atemzug genannt zu werden, da kann ich mich schon glücklich schätzen ...

teleschau: Was war zuerst da, Ihre Rolle oder der Plan, dass Sie die neue Leipziger Kommissarin werden sollen?

Simone Thomalla: Das weiß ich nicht. Bereits vor zwei Jahren kam der MDR auf mich zu und sagte: Wir müssen mal wegen "Tatort" reden. Damals dachte ich: Komisch, wenn man im "Tatort" mitspielen soll, wird man doch normalerweise über die Agentur angefragt. Damals wusste ich noch nicht, dass es um die Rolle der Kommissarin ging.

teleschau: Und Ihr Partner Martin Wuttke?

Simone Thomalla: Der MDR und ich sind gemeinsam auf Männersuche gegangen, und es wurden viele Castings durchgeführt. Am Ende ist die Wahl auf Martin Wuttke gefallen. Nicht weil die anderen schlecht waren, sondern weil es in dieser Konstellation irgendwie besonders geknistert hat.

teleschau: Wenn man Sie beide so sieht, würde man nicht auf die Idee kommen, dass Sie mal was miteinander hatten ...

Simone Thomalla: Genau darin liegt der Reiz. Ich finde diese Entscheidung auch sehr mutig, einmal nicht auf diese typischen Klischeepaare zu setzen: Dunkle Frau, blonder hübscher Mann dazu und so weiter. So etwas ist ja ziemlich weich gespült und hat mit dem wirklichen Leben wenig zu tun. Wie oft gibt es dort Paare, die man für eher unwahrscheinlich hält? Martin ist ein sehr markanter Mensch - einer, bei dem man nicht sofort weiß: Ist er lieb oder böse? Wir haben uns getroffen, und es hat sofort gepasst

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