Der Rhein ist ein uralter Grenzfluss: Über ihn sind die Germanen nach ihren Beutezügen zurückgekommen, und die Römer haben sie genau dort versucht abzufangen. Da ist im Laufe der Jahrhunderte jede Menge wertvolles Zeug ins Wasser gefallen. Als ich erfuhr, wie wenig der heutige Verlauf des begradigten Rheins mit der ursprünglichen, mäandernden Flussform zu tun hat, hat mir das die Augen geöffnet. Was früher Rhein war, ist heute versandet, und wer in dieser Gegend gräbt, kann sich durchaus Hoffnungen machen, auch auf Schätze zu stoßen.
teleschau: Sie stellen in Ihrem Film sogar einen solchen Schatzsucher vor ...
Meier: Ja, man sollte diese Leute nicht als Spinner abtun. Wer lange genug am Rhein und in der näheren Umgebung buddelt, wird fündig werden. Selbst Archäologen bezeichnen das Gebiet als Schatzkammer. Es gab in dieser Zeit Schätze, und sie hatten eine große Bedeutung für die herumziehenden Völker. Nur wer solche Schätze besaß, hatte Macht, der konnte Krieger rekrutieren und Politik betreiben. Ging so ein Schatz verloren, war das Gejammer groß. Insofern ist es nicht aberwitzig, heute nach verlorenen Schätzen zu suchen. Und man kann natürlich auch fragen, welche historischen Vorbilder es sind, die sich hinter den Figuren verbergen, die in den alten Klageliedern auftauchen.
teleschau: Es fällt auf, dass Sie sich, von den Filmszenen aus dem alten Lang-Epos abgesehen, einer sehr realistischen Bildsprache bedienen. Es gibt keine CGI-Computeranimationen und dergleichen ...
Meier: Ja, das ist richtig. Wir haben uns dafür entschieden, stattdessen mit einigen Sequenzen aus dem Stummfilmklassiker von Fritz Lang zu arbeiten. Diese expressive Filmsprache kann man nicht toppen. Auch nicht am Computer.
Ansonsten zeigen wir sehr stimmungsvolle Landschaftsbilder von den über halb Europa verstreuten Originalschauplätzen der Sage. Und natürlich arbeiten wir mit nachgestellten Szenen. Reenactment ist ein wesentliches Element unserer Dokumentation - leider auch ein sehr teures.
teleschau: Der große Aufwand ist offensichtlich. Aber wie genau nahmen Sie es bei den Inszenierungen mit der historischen Verantwortung?
Meier: Wir versuchen, der Wahrheit möglichst gerecht zu werden. Aber natürlich kann es im Detail Kritikpunkte geben, etwa, dass ein Pferdegeschirr nicht römisch, sondern eher merowingisch aussieht oder so etwas. Aber viel kann uns da eigentlich nicht passiert sein. Denn bevor mit uns Filmemachern mal die künstlerische Phantasie zu sehr durchging, griffen die historischen Fachberater ein
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