" Auf ihre Pionierarbeit ist Brauweiler durchaus ein klein wenig stolz, dafür, dass man anderen Bands "den Weg geebnet" habe: Es ist schon toll, dass man jetzt 'ne Chance hat, wenn man deutsch singt, im Radio gespielt zu werden und irgendwie Erfolg zu haben oder da zu sein und seine Musik machen zu können."

Dankenswerterweise haben sich Paula an der unsäglichen Debatte um die Einführung einer Radioquote für deutschsprachige Musik vor einigen Jahren dennoch nicht beteiligt. In die "Riege" der Kunzes und Grönemeyers habe sie sich nicht einreihen wollen, "das finde ich dann manchmal auch ein bisschen albern. Ich mochte es noch nie, in irgendwelchen Gruppierungen zu sein. Ich bin nicht die, die sich ganz entschieden für etwas engagiert. Nicht dass ich unpolitisch wäre, ich bin da eben ein bisschen zurückhaltender."

Überhaupt ist der deutsche Gesang für Paula längst nicht mehr die einzige Option. Bereits vor zwei Jahren hat Elke Brauweiler unter eigenem Namen ein Album mit französischen Coverversionen aufgenommen. Und auch auf "So wie jetzt" haben wieder zwei französische Stücke Platz gefunden. Brauweiler ist an der französischen Grenze aufgewachsen mit drei französischen Cousins, die immer in den Sommerferien zu Besuch waren und ihr die Sprache früh nahegebracht haben. Französisch sei für die sprachbegabte Sängerin fast schon eine zweite Muttersprache, "vielleicht mache ich auch mal eine italienische, spanische oder portugiesische Platte - kann ich auch alles!"

Dass die neue multilinguale Orientierung auch ein kleiner Ausbruch aus der engen Berliner Wohnzimmerszene ist, die Paula schon auf "Warum Berlin" vor einigen Jahren in Frage gestellt hatten, mag sie aber nicht bestätigen: "Das ist einfach mein Werdegang. Ist mir total egal, was die da draußen dazu sagen. Irgendwie kann man ja gar nicht anders als seinen Weg gehen, und ich geh halt meinen und Französisch gehört für mich einfach dazu."

So klingt bei aller liebenswerten Zurückhaltung dann doch ein klein wenig Trotz durch in Anbetracht des ungewissen Schicksals der Band - gepaart allerdings mit einer großen Portion Optimismus: "Ich habe den nicht in allen Bereichen des Lebens, aber hier schon, das hält mich bei der Stange". Und auch eine Art Lebensmotto hält Elke Brauweiler noch parat, das die fröhlich-melancholische Kippfigur ihrer Musik gut widerspiegelt: "Manchmal muss man halt kämpfen, aber dann ist alles leichter."

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Autor: Jens Szameit/teleschau - der mediendienst
Bilder: Add On Music

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