Mirjam Weichselbraun: Aus Spaß an der Freud
(tsch) Dass eine MTV-Moderatorin, die einst zum "Bravo Girl des Jahres" gekürt wurde, durch die "Bravo Supershow" (Sonntag, 04.05., 20.15 Uhr, RTL II) führt, ist eigentlich wenig verwunderlich. Doch Mirjam Weichselbraun ist eben nicht irgendein Girlie. Die schöne blonde Tirolerin mit dem unwiderstehlichen Akzent hat das Musikfernsehen erfolgreich als Sprungbrett genutzt: Sie moderierte unter anderem bei RTL die Primetime-Show "Dancing on Ice" und war zuletzt sogar als Schauspielerin zu sehen. Nicht etwa in einer Soap, sondern an der Seite von Maximilian Schell in der ARD-Produktion "Die Rosenkönigin". Doch zu erwachsen fühlt sie sich noch lange nicht für das Teenie-Mega-Event der berühmten Postille. "Natürlich kann ich mich damit identifizieren", verkündet sie. "Ich bin ja erst 26 und ein Kind der MTV-Generation." Und man glaubt es Miri gern, die nach neun Jahren im Business immer noch herrlich unverbraucht und natürlich wirkt.
Das hat sie wohl ihrer gesunden Einstellung zu ihrem Job zu verdanken: Mirjam Weichselbraun ist so erfrischend anders, weil sie sich selbst nicht unter Druck setzt: "Man darf das Geschäft nicht überbe

werten. Es ist nur Fernsehen - nicht mehr und nicht weniger", sagt sie. "Ich mag es nicht, wenn man das alles zu ernst nimmt. Es gibt immer noch wichtigere Dinge." Ob die Formate, die sie moderiert, nun "erwachsen" sind oder nicht, das kümmere sie nicht. Bei MTV sei sie aus der täglichen Sendung ausgestiegen, weil sie sich nach fünf Jahren einfach neuen Aufgaben stellen wollte.
Neben der Moderation der großen Aids-Benefiz-Veranstaltung "Life Ball" und des österreichischen Fernsehpreises "Romy" steht für die gebürtige Innsbruckerin demnächst also auch das dreistündige Kreischkonzert der "Bravo" auf dem Terminplan. Denn auch das erfüllt genau die Kriterien, nach denen sie ihre Projekte auswählt: Sie sucht den Spaß und die Herausforderung. "Ich freue mich auf eine gute Show mit einem hohen St

ar-Faktor", sagt Miri, die - vielleicht nicht ganz ohne Scham - bekennt, früher selbst Fan der Kelly Family gewesen zu sein. Damals, als sie auch zur Leserschar des Teenie-Magazins gehörte und die Fotoromane und die Storys rund um Stars verschlang. Nur "Dr. Sommer" habe sie nicht so oft gelesen.
Auch wenn ihr noch heute vor solchen Großveranstaltungen wie der "Bravo Supershow" die Knie schlottern und ihre Nervosität erst auf der Bühne nachlässt, ihrer bislang größten Herausforderung stellte sich die Moderatorin wohl im vergangenen Jahr, als sie nach ein paar kleineren Ausflügen in die Schauspielerei in "Die Rosenkönigin" ihr eigentliches Film-Debüt gab. Neben keinem Geringeren als Maximilian Schell musste sie bestehen. Doch auch dieses Wagnis meisterte Mirjam Weichselbraun mit der ihr eige

nen Leichtigkeit. Dennoch bleibt sie - gewohnt bescheiden - auf dem Teppich: "Schauspielerei ist Kunst, deshalb würde ich mich nicht als Schauspielerin bezeichnen. Dazu respektiere ich diesen Beruf viel zu sehr." Dass sie an der neuen Profession Gefallen finden könnte, glaubt sie allerdings schon. "Ich mache jetzt sozusagen die ersten Schritte in diese Richtung."
Weil sie sich selbst realistisch einschätzen kann, hat sie auch kein Problem damit, Kritik anderer einzustecken: "Ich bin ja selbst oft skeptisch, wenn ich höre, dass ein Moderator anfängt zu schauspielern. Ich will mir aber durch eine solche Kritik nicht verbieten lassen, Sachen auszuprobieren und selbst zu entscheiden, was ich tun will
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