Einen kleinen Vorgeschmack auf die bevorstehende "digitale Medienrevolution" gibt SWR-Autor Thomas Leif in seinem ARD-Feature "Quote, Klicks & Kohle", das am Mittwoch, 30. April, um 23.30 Uhr im Erste

n zu sehen ist. Der Filmemacher nimmt den rasanten Fortschritt und den derzeit tobenden Kampf im World Wide Web zum Anlass, um den gigantischen Umbruch zu schildern, in dem die gesamte Branche steckt. Es geht um Vermarktungsmöglichkeiten, Page-Impressions,
User-Anbindung, Werbeerlöse und damit letzten Endes wieder einmal ums große Geld, auf das alle im Online-Geschäft hoffen.
Ein ernüchternder Einblick, der Shows wie "A Shot At Love With Tila Tequila" für die meisten Zuschauer plötzlich in ein ganz anderes Licht rücken dürfte. In der MTV-Sendung, die derzeit auf Hot Rotation beim Berliner Musiksender läuft, sucht die MySpace-Bitch mit der wohl dicksten Freundesliste der Welt, nach dem Partner fürs Leben - egal, ob weiblich oder männlich. Fündig wird sie dabei zwar ni

cht, wie die bereits angekündigte zweite Staffel verrät. Aber das ist ohnehin im Sinn der Macher, die das Erfolgskonzept weiter ausschlachten und Domenico, einer der Kandidaten, sogleich eine eigene "D-Promi sucht Frau"-Show spendierten: "That's Amore", zu sehen ab Sonntag, 1. Juni, bei MTV (21.00 Uhr).
Den entgegengesetzten Weg schlägt die deutsche Produktionsfirma MME Entertainment ein. Am 18. Mai startet eine eigens für MySpace gedrehte Soap auf der Online-Community-Plattform. Vorerst 20 Folgen lang wird sich in "They Call Us Candy Girls" alles um vier junge Berlinerinnen drehen, deren Leben sich zwischen Dancefloor, Liebe, Lügen und Großstadtszene abspielt. Das stylishe Format wurde in allen Belangen auf das Internet zugeschnitten. Jedes der Mädels hat ein eigenes MySpac

e-Profil inklusive Blog, Gästebuch und integrierter Mail-Funktion. Die Folgen sind zudem leicht verdauliche Drei- bis Fünf-Minuten-Happen, die jeweils montags und donnerstags zur Mittagszeit online bereitgestellt werden.
Mehr als nur ein Versuchsballon, wie MME auf Anfrage bestätigt. "Da für die jungen Zuschauer das Internet eine immer größere Bedeutung gewinnt, sehen wir hier einen attraktiven neuen Markt für audiovisuelle Inhalte", erklärt Dr. Georg Ramme, Leiter Digitales Fernsehen der MME-Gruppe. Mit "They Call Us Candy Girls" wolle man Maßstäbe setzen, weshalb die Soap auch im HD-Format gedreht wurde. Und obwohl MME froh darüber sei, mit dem Community-Marktführer ins Geschäft gekommen zu sein, könne man sich exklusive Formate für andere Plattformen durchaus vorstellen
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