Andreas Niedrig sorgte für Aufsehen, als er 1997 als Neuling beim "Ironman" auf Hawaii den 17. Platz belegte. Noch bemerkenswerter ist dieser Erfolg in Anbetracht der Tatsache, dass er jahrelang heroi

nsüchtig war. Viel hat Max Riemelt diese Rolle abverlangt, schon vor den Dreharbeiten. "Gefühlte zehn Kilo", in Wahrheit "nur" fünf, hungerte sich der ohnehin schon schlanke Schauspieler runter. "Mehr ging nicht, sonst hätte ich gar nicht mehr arbeiten dürfen", erklärt er. Wenig später musste er für die Aufnahmen als Triathlet bereits wieder sportlich austrainiert aussehen. Ein taffes Programm. Dazu kamen noch Gespräche mit Heroinabhängigen und Besuche bei Selbsthilfegruppen.
Dass er, der in nahezu jeder Szene zu sehen ist - ob als Drogenwrack oder Hochleistungssportler -, diese "One-Man-Show" tragen muss, ist Max Riemelt durchaus bewusst. Doch Ängste lässt er nur vor und nach den Dreharbeiten an sich heran. "Wenn ich mitten im Arbeitsprozess stecke, dann komme ich gar nicht mehr auf solche Überl

egungen. Ich bin froh über jede Sekunde, in der ich zum Luftholen komme." Diese Grübeleien seien aber sowieso weniger geworden, erklärt Riemelt, Star aus "Napola - Elite für den Führer" (2005) und "Der rote Kakadu" (2006). Denn durch das Vertrauen, das in der Vergangenheit immer wieder in ihn gesetzt wurde, habe er eine gewisse Selbstsicherheit bekommen. Und wenn doch der Selbstzweifel nagt, hat er ein ganz einfaches Rezept: Weiterarbeiten!
Klingt ein wenig nach Suchtgefahr. "Ja, man darf seine Arbeit nie als selbstverständlich ansehen und davon ausgehen, dass es für immer so weitergeht. Das wäre sehr gefährlich. Deshalb versuche ich auch, mir drum herum noch eine andere Realität aufzubauen und mich nicht nur über die Schauspielerei zu definieren", sagt er, denn trotz all des Enthusiasmus für sein

en Beruf ist Max Riemelt eben auch ein vernünftiger Kerl. Keiner dieser jungen erfolgreichen Schauspieler, die regelmäßig durch irgendwelche Drogen-Exzesse in die Schlagzeilen geraten, "die vielleicht keine richtigen Bezugspunkte haben, niemanden, an den sie sich mal anlehnen können". "Highlife" ist nicht sein Ding. Riemelt, der bereits mit 13 Jahren vor der Kamera stand, sei vielmehr froh, einfach mal seine Ruhe zu haben. "Momentan führe ich ein wohl strukturiertes Leben", sagt er betont hochdeutsch und muss über sich selbst lachen.
Kein schlechtes Vorbild also für junge Leute, die manch einen seiner Filme - etwa "Napola - Elite für den Führer" oder "Die Welle" - sowieso im Rahmen des Schulunterrichts gesehen haben dürften
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