teleschau: Was wollen Sie mit Ihrer Dokumentation beim Zuschauer, der in seinem komfortablen Wohnzimmer sitzt und sich an den aufregenden Bildern erfreut, erreichen?

Kieling: Ich möchte mehr Bewusstsein dafür erzeugen, dass wir das, was noch da ist, nicht verlieren dürfen. Das ist etwas sehr Wertvolles. Unser größtes Problem auf der Erde ist bestimmt nicht das Aussterben der Berggorillas. Wir könnten gut ohne sie leben. Aber es wäre ein unendlicher Verlust. Ich bin immer wieder fasziniert, dass diese unberührten Orte noch existieren, und will dafür sensibel machen, dass es noch eine zweite Welt gibt außer der Zivilisierten, Menschlichen.

teleschau: Was sind Ihre nächsten Projekte? Wird der "Bärenmann" vielleicht wieder in Aktion treten?

Kieling: Im Moment arbeite ich an einer großen Geschichte über Eisbären. Die Arktis weckt Sehnsüchte in den deutschen Zuschauern. Das hat wohl auch mit einem gewissen Freiheitsbedürfnis zu tun. Es sind unglaubliche Bilder aus nächster Nähe geworden, von Eisbärmüttern mit ihren drei Monate alten Jungen. Ich glaube nicht, dass schon vorher jemand solche Aufnahmen gemacht hat.

teleschau: Wenn wir gerade schon beim Thema Eisbären sind, was halten Sie von dem Wirbel um Knut und Flocke?

Kieling: Ich habe recht viel Verständnis dafür. Es gibt kaum etwas Süßeres oder Putzigeres als Bärenjunge - und Eisbärenbabys sind mit ihrem weißen Fell noch ein Stück niedlicher. Nicht jeder kann in einem Schneesturm ausharren, um sie zu erleben. Dass es zu so einem Hype wird, hätte ich aber nicht gedacht. Es gab ja schon immer Eisbärenjunge im Zoo. Vielleicht hat das auch mit unerfüllten Sehnsüchten der Gesellschaft zu tun.

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Autor: Sabrina Hoffmann/teleschau - der mediendienst
Bilder: ZDF / Andreas Kieling

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