Das ist, ganz ehrlich, auch eine Kostenfrage. Die Band kostet echt viel Geld, aber das ist sie auch wert. Ich habe den Eindruck, dass man schon auf Dauer musikalisch steril werden kann, wenn man nicht mit anderen spielt. Ich habe auch dieses Bedürfnis nach Tanzen, nach Partys, nach Ausgelassenheit. Das geht nur mit einer Band so richtig.
teleschau: 50 Konzerte mit Band, 50 ohne: Geht Dir da nicht mal die Puste aus?
Begemann: Einmal musste ich tatsächlich ein Konzert absagen wegen Erschöpfung, aber normalerweise ist das gut geplant. Ich hatte 140 Jobs in meinem Leben, ich habe das mal nachgerechnet. Einige hatte ich nur einen Tag lang, andere ein halbes Jahr. Diese Jobs waren anstrengend! Frühmorgens um fünf am Hafen Säcke schleppen, da ist mir die Puste ausgegangen. Nach Regensburg fahren ist nicht so schlimm.
teleschau: Wie hat sich denn Dein Publikum verändert in den letzten 14 Jahren?
Begemann: Ein paar sind mit mir älter geworden. Ich bin aber auch immer ganz glücklich, wenn ich neue Gesichter sehe. Es ist ja ein überschaubares Publikum, so zwischen 50 und 500 Zuschauern pro Stadt. Da erinnert man sich an die Gesichter. Es kommen manchmal auch Teenager mit, die von ihren älteren Geschwistern und manchmal sogar von ihren Eltern mitgezerrt werden. Sehr oft ist es so, dass Leute hinterher zu mir kommen und sagen, sie hätten ein Lied auf einem Mixtape gehört und es war das einzige gute Lied auf dem Mixtape. Danke, denke ich dann, so war's auch gedacht! Ich habe eher so einen Einzelblick auf mein Publikum, keinen soziologischen oder demoskopischen.
teleschau: Du hast ja inzwischen sicher in jeder größeren Stadt in Deutschland mindestens ein Mal gespielt. Gibt es Unterschiede von Bundesland zu Bundesland?
Begemann: Von Bundesland zu Bundesland absolut. Manchmal, wenn es eine Studentenstadt ist, ist es auch ein Unterschied, ob es eine geisteswissenschaftlich oder naturwissenschaftlich geprägte Stadt ist. Marburg zum Beispiel ist eine eher geisteswissenschaftliche Stadt, Aachen eher naturwissenschaftlich. Da fühlt man sich manchmal wie bei der Truppenbetreuung. Ich singe all diese romantischen Lieder und gucke in diese ausgehungerten, traurigen Männeraugen - und fühl mich ganz komisch dabei.
teleschau: Seit einiger Zeit betreibst Du mit ein paar Freunden auch einen Film-Blog im Internet namens "Ohrensessel". Bist Du Cineast?
Begemann: Nein, das ist für mich ein schmutziges Wort. Cineasten sind Leute, die Dinge sagen wie: 'Es ist unglaublich, was Tarkowski hier macht
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