"Ich mag keine Verlierergeschichten": Bernd Begemann zieht auf "Glanz" Bilanz

(tsch) Über 20 Jahre sind es jetzt, die Bernd Begemann im Geschäft ist. Zunächst versuchte er es in den 80er-Jahren mit seiner Band Die Antwort an kantigem NDW-Pop, anschließend machte er sich mit mehreren Liedermacher-Platten einen Namen. Seit geraumer Zeit hat er wieder 'ne Band. Gemeinsam mit der - Die Befreiung - veröffentlicht er jetzt sein erstes Best-Of-Album "Glanz", das einen Überblick über sein gesamtes Schaffen gibt.

teleschau: Nach welchen Kriterien hast Du die Lieder für "Glanz" ausgewählt?

Bernd Begemann: Das sind die Lieder, die meine Band gut spielen kann. Lieder, die wir gerne spielen. Lieder, von denen wir wissen, dass sie die Leute glücklich machen. Zusammengefasst: Das sind 20 Titel konzentriertes, kristallisiertes Partyglück.

teleschau: Haben die Leute sehr darum gebeten?

Begemann: Ja, sie wollten die Lieder in den Versionen von meiner Band haben. Die Band gibt einigen Liedern zuweilen Tiefe, die sie vorher nicht hatten. Und einige Lieder kann ich heute tatsächlich besser singen, als zu der Zeit, in der sie raus kamen.

teleschau: Hast Du Deine alten Lieder so noch einmal neu schätzen gelernt? Du kennst sie ja schon lange ...

Begemann: Das ist der Hauptunterschied zwischen Liedern und allen anderen Kulturgütern. Einen Film sieht man zwei oder drei Mal, wenn's hochkommt, ein Buch liest man auch nicht so oft. Aber ein Lied hört man tausend Mal. Jeder hat ein Lied, dass er schon so oft gehört hat und das ihn immer wieder glücklich macht. Wenn man es zum hundertsten Mal hört, genießt man es vielleicht mehr als beim ersten Mal, das ist die spezielle Eigenart bei Liedern. Das Wesen der Wiederholung, das ist etwas Tantrisches.

teleschau: Die Fans auf Deinen Konzerten verlangen immer wieder die gleichen Hits. Gibt es Lieder, an denen Du Dich total abgehört hast?

Begemann: Wenn sie gut geschrieben sind, kann ich sie auch immer wieder hören. So ein Lied wie "Unten am Hafen" ist einfach so gut geschrieben, da ist eine Dramaturgie drin. Das ist ein Lied, auf das die Leute abfeiern, aber es geht eigentlich um einen Spaziergang. Darum, dass man alleine nachts einen Spaziergang macht und durch die Straßen irrt und irgendwann am Hafen landet. Dort am Hafen erlebt man so eine Art Verklärung. Eine Art Erfüllung, ein Versprechen, das man sich selbst gibt, während man aufs Wasser guckt. Das ist eigentlich ein sehr sensibles Thema, aber es ist ein fröhliches Lied. Und meine Band Die Befreiung entdeckt darin etwas, das die Originalband, die das Lied 1987 aufgenommen hat, nicht entdecken konnte, weil wir damals noch nicht so gut waren.

teleschau: Lange wurdest Du als der große Alleinunterhalter des Deutschpops verstanden. Jetzt hast Du schon länger Die Befreiung, Deine Band. Welche Rolle spielt die Band für Dich?

Begemann: Ich bin Oliver Hardy und sie sind meine Stan Laurels. 50 Konzerte mache ich im Jahr mit Band und 50 solo

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