Lust und Last eines Latexgnoms: Bei den Dreharbeiten zu neuen Folgen der KiKa-Reihe mit Bernd, dem Kastenbrot

(tsch) Man sagt das so: Ich spreche doch lieber mit dem Bäcker als mit den Brötchen. Natürlich ist das ganz spannend mit Tommy Krappweis, dereinst bei "RTL Samstag Nacht", über sein Verhältnis zu "Bernd das Brot" zu sprechen. Man erfährt dabei eine Menge Neues über seine Erfindung für den KiKa, auch wer die Heiratsanträge für Bernd erhält, "weil er Bernd ist", wie Krappweis neidlos anerkennt. Aber wann hat man schon mal die Chance, mit einer Latexfigur zu sprechen? Nur dann, wenn der Kinderkanal zu einer Setbesichtigung lädt zum Dreh der neuen Folgen aus der Schlossallee 27, die ab Oktober ausgestrahlt werden.

Das Studio heißt 20 B. Das B steht nicht für Bernd. Natürlich nicht. Dennoch werden dort auf dem Gelände der Studios in Berlin-Adlershof im März und Mai 20 neue Folgen der Fernsehserie "Bernd das Brot" für den Kinderkanal gedreht. Eigentlich würde Studio A nebenan Bernds Naturell entsprechen. Denn dort, wo Studio A steht, stecken ein paar rostige Eisenträger in der Erde, das war's. Bernd, das von Tommy Krappweis vor acht Jahren erfundene Kastenbrot mit allzeit schlechter Laune, würde dies nicht überraschen, er rechnet immer mit dem Schlimmsten. Trotz Auszeichnung mit dem Goldenen Spatz 2003 und dem Grimme-Preis im Jahr danach gibt es für ihn wenig Grund zum Optimismus. Besonders dann nicht, wenn er arbeiten muss, mit Chili, dem Stuntschaf, und Briegel, dem erfinderischen Busch. Doch das ist an diesem Tag der Fall.

Das Kastenbrot hat mittlerweile ein Zuhause in einem hausähnlichen - Kastenbrot. Der Grund ist so einleuchtend wie schlicht: "Während wir uns mit außergewöhnlichen Ideen beschäftigten, kristallisierte sich bei einer Kinderbefragung das Interesse heraus, wo die drei eigentlich wohnen", erklärt KiKa-Redakteur Carsten Schulte am Set. Skurril: Alle Kulissen, innen wie außen, sind auf 1,20 Meter gebaut, höher gelegt, für die Puppenspieler, die zumeist mit einem Drehstuhl durch die Bauten rollen. Manchmal gehen sie auch. So oder so ist das kein Arbeitsplatz für Rückenpatienten. Aber vermutlich wird man dort zu einem.

Steht man im Garten von Bernds Haus, präsentieren sich rechts die Plastikblumen von Frau Dr. Dr. (so viel Zeit muss sein) Potzler (Susanne Pätzold) und links das freundliche Domizil der Mickelhuhns. Der Fokus dieses Drehtags liegt auf dem Garten, in dem die Augsburger Jungband Hotstuff proben will.

Krappweis sitzt mit Vollbart und Cowboystiefeln im Regiestuhl vor einer Spreequell Apfelschorle, auf die sein Name gekritzelt ist. Zehn bis zwölf Minuten werden an einem Drehtag fertiggestellt, enorm viel. Das Team ist eingespielt. Und doch werden immer wieder neue Probleme akut, alleine Chili, die von zwei Menschen bedient und von Tanja Schumann gesprochen wird, ist eine logistische Herausforderung.

Illustre Gäste soll es in der zweiten Staffel geben, im Mai kommt die Augsburger Puppenkiste, an diesem Tag eine Liveband. Bernd treiben solche Ankündigungen die Schweißkrümel auf die hohe, ohnehin sorgenbefaltete Stirn.

Musiker bedeuten Lärm. Das treibt Frau Dr. Dr., die sich eilig aufplustert, an den Gartenzaun. Sie liefert sich ein argumentatives Duell mit dem Augsburger Nachwuchs

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