Julia Hartmann: Unsympathisch ist nur der Kajal ...
(tsch) "Die dicke Schminke war so gewollt. Mir persönlich war das zu viel, aber ich musste mich dem Willen des Regisseurs beugen", erklärt Julia Hartmann lachend am Telefon. Tatsächlich ist es auffällig: Je unsympathischer ihr Filmcharakter Jenny in "Insel des Lichts" (Donnerstag, 05.06., 20.15 Uhr, ARD) dem Zuschauer sein soll, desto mehr Kajal umrahmt ihre grün-braunen Augen. Und da besagte Jenny ihre Mutter Nora (gespielt von Christine Neubauer) in einer Talkshow öffentlich bloßstellt und somit deren Karriere als moderierender Fernsehliebling der Nation gefährdet, darf es in Sachen Make-up anfangs eben ein bisschen mehr sein."Dabei bin ich eher ein natürlicher Typ", versichert die am 9. Juli 1985 geborene Nachwuchsdarstellerin.
Auf die Bühne zog es Julia Hartmann schon immer, doch die Schauspielerei war eigentlich die zweite Wahl: "Ich wollte immer Tänzerin werden, weil meine Mutter Tänzerin war und ich sie sehr bewunderte.

Mit fünf stand ich zum ersten Mal auf der Bühne", erinnert sich die eingefleischte Berlinerin, die im Sommer von Wien zurück in ihre Heimatstadt ziehen will. "Aber als ich elf war, meinte die Ex-Frau meines Bruders, eine Schauspielerin, ich sollte mit zu einem Casting kommen. Sie müsse sonst immer mit Kindern zusammenarbeiten, die sie nicht besonders talentiert fände. Bei mir hatte sie das Gefühl, ich könnte das besser."
Sie behielt Recht: Eine Agentur nahm sich sogleich der kleinen Julia an, in "Ein Bernhardiner namens Möpschen" gab sie 1996 ihr Fernsehdebüt. Während sie die Realschule besuchte, ergatterte die zierliche Brünette eine kleine Rolle im ARD-Film "Eine Hand voll Glück" (2000) an der Seite von Suzanne von Borsody und Henry Hübchen. Dem Theater blieb Julia Hartmann dennoch tre

u: Mit 17 entschied sie sich, ein Jahr als Regiehospitantin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg zu arbeiten, um anschließend an der Folkwang Hochschule in Bochum Schauspiel zu studieren - dort lernte die mittlerweile 22-Jährige neue Seiten von sich kennen: "Bevor ich auf die Schauspielschule ging, dachte ich, ich könnte nur tragische Rollen spielen. Doch als ich mich an lustigen Sachen versuchte, machte mir das viel Spaß, und die Leute lachten sogar!"
Doch Sebastian Hartmann, der ältere ihrer zwei Brüder, verhinderte vorerst eine Zukunft als Komödiendarstellerin: "Er ist Regisseur und sollte letztes Jahr für das Wiener Burgtheater 'Romeo und Julia' inszenieren. Als sich bei den Castings keine Darstellerin für die Julia fand, meinte er: 'Meine Schwester ist bald fertig mit der Ausbildu

ng'. Daraufhin bat mich die Theaterleitung zum Vorsprechen. Anscheinend gefiel ich ihnen, denn ich wurde genommen."
Nicht nur das Engagement in Wien sollte den Abschluss der damaligen Schauspielstudentin verzögern: Wolfgang Gremm sah ihr Demoband und besetzte sie prompt für die zweite weibliche Hauptrolle in dem Mutter-Tochter-Drama "Insel des Lichts". Dass sie mit gestandenen Schauspielern wie Christine Neubauer, Jan Fedder und Ruth Maria Kubitschek zusammenarbeiteten sollte, brachte Julia Hartmann nicht aus der Ruhe: "Ich ging eigentlich ganz cool an die Sache heran, wahrscheinlich, weil ich es durch das Burgtheater gewöhnt war, mit Theaterstars zusammenzuarbeiten. Man lernt immer mehr Leute kennen, die als Stars gelten, deswegen normalisiert sich das irgendwann
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