Holger Wienpahl: Von Beruf Philanthrop

(tsch) Seine neue Aufgabe ist wie gemacht für Holger Wienpahl. Ab 19. Mai tritt er beim "ARD-Buffet" (montags bis freitags, 12.15 Uhr) die Nachfolge von Ernst-Marcus Thomas an, der zum "ZDF-Fernsehgarten" wechselte. Mit einer großen Portion Neugier und viel menschlichem Gespür will der 42-Jährige an die Moderation der Ratgebersendung im Ersten herangehen. "An dem Koch oder Bastelexperten interessiert mich auch immer der Mensch. Warum ist er so geworden, wie er ist? Das ist fast so wichtig für mich wie das, was am Ende bei seiner Arbeit herauskommt", erzählt der gebürtige Wuppertaler begeistert. Ein echter Philanthrop, dieser Wienpahl.

Seine Neugier und das Interesse an seinen Mitmenschen waren es dann auch, die den BAP-Fan eine journalistische Laufbahn einschlagen ließen. Nach seinem Sport- und Geschichtsstudium absolvierte er 1995 ein Volontariat beim damaligen SWF. "Schon mit 14 Jahren haben mein Bruder und ich auf dem Bolzplatz Sportreportagen nachgespielt", erinnert sich Holger Wienpahl lachend. Neben seiner eigenen Leidenschaft für Sport und Aktivität - der Wahl-Kaiserslauterer spielte in seiner Jugend bis zu einem Kreuzbandriss im Kreisligaverein Fußball und ist auch heute noch begeisterter Läufer und Bergwanderer - gibt es noch einen anderen Grund für seine Affinität zum Sportfernsehen: "Ich habe Leistungssportler immer bewundert, weil ich weiß, wie schnell etwas dazwischen kommen kann, wie viel Ehrgeiz man haben und auf wie vieles man verzichten muss."

Es blieb nicht nur bei Sportreportagen und der Arbeit in der Nachrichtenredaktion. Bald durfte er beim SWR auch als Moderator durch das Sportmagazin "Flutlicht" und durch die rheinland-pfälzische "Landesschau" führen. Mit der Sendung "Weggefährten" stellte Holger Wienpahl dann ein ganz eigenes Projekt auf die Beine, in dem er sein größtes Hobby - das Wandern - quasi zum Beruf machte. Mit prominenten Gästen wandert er regelmäßig am idyllischen Rheinsteig entlang. Es begleiteten ihn unter anderem schon Johann Lafer, Susanne Fröhlich, Theo Zwanziger und Wolfgang Niedecken.

"Die großartige Kulisse entspannt ungemein, und wir quatschen oft über Gott und die Welt. Die Kamera vergisst man ganz schnell", erklärt der sympathische Moderator. Obwohl er für die neuen Folgen von "Weggefährten" schon eine Reihe namhafter Persönlichkeiten gewinnen konnte, fehlt ihm noch ein prominenter Kollege auf seiner Liste: "Es gibt einen Weggefährten, der mich tatsächlich längere Zeit begleitet hat. Wir sind zusammen zur Schule gegangen und waren neun Jahre in einer Klasse. Das ist Christoph Maria Herbst. Nach dem Abitur haben wir uns leider aus den Augen verloren."

Egal, was der Allrounder anpackt - immer wieder nimmt ihn seine Faszination an anderen Menschen gefangen. "Ich finde Biografien spannend. Vor allem diejenigen, die Brüche haben, in denen einer wieder aufstehen musste, nachdem er tief gefallen ist. Wie das eben so ist, wenn man eine Zeit lang - wie in der Fußballersprache - auf der Tribüne sitzt." Der Sportsgeist haftet dem Vater von Zwillingsmädchen wohl rund um die Uhr an. Trotzdem hat er nicht vor, mehr sportliche Inhalte im "ARD-Buffet" zu behandeln

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