Während Kuntas zarte Freundin Fanta schon an Bord des Sklavenschiffs dem Missbrauch der weißen Männer ausgesetzt ist (Spielbergs Epos "Amistad" befasste sich 1997 ausführlich mit solcherlei Gräuel), versucht der verzweifelte Kunta Kinte, in den Südstaaten "Nigger Toby" genannt, viermal zu fliehen, bis ihm zur Strafe der Fuß abgeschlagen wurde. Die zwölfteilige Serie erzählt die Geschichte des freiheitsliebenden Sklaven und seiner Nachfahren - bis zum Tag der Befreiung.
Heute, da mit Barack Obama ein dunkelhäutiger Politiker für die Demokraten um die US-Präsidentschaft kandidieren will und im öffentlichen Bewusstsein längst das Wort "Neger" durch "Afroamerikaner" ersetzt wurde, mag der Plot überdramatisiert und wie gestrige Schwarzweißmalerei wirken. Aber mindestens bleibt "Roots" ein Ereignis für TV-Nostalgiker, die sich auf ein Stück Fernsehgeschichte und das Wiedersehen mit Kunta Kinte und anderen unvergesslichen Charakteren freuen dürfen: Der Sklave Fiddler, die Sklavin Bell (Kintes spätere Geliebte) oder Chicken Georges (Kintes Enkel) mögen auch Opfer sein, die Hintergründe mögen oft verwegen spekulativ und erfunden sein, aber vor allem sieht der Zuschauer hier nicht nur gepeinigte Sklaven, sondern Menschen mit Tiefgang und Geschichte.
Die Serie (1979 wurde eine zweite Staffel mit 14 Folgen produziert, die in Deutschland ab Oktober 1981 unter dem Titel "Roots - Die nächsten Generationen" lief) erhielt neun Emmys, einen Golden Globe und einen Peabody Award. (Weitere Infos zur Serie und zum ARTE-Themenschwerpunkt "Freedom" demnächst unter: www.arte.tv/freedom)
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Autor: Frank Rauscher/teleschau - der mediendienst
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ARTE / TM & 2008 Warner Bros. Entertainment Inc.
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