"Herbie Fully Loaded" - Vor allem Blech

(tsch) Vorsprung durch Technik? Der Zauber der Original-"Herbie"-Filme rast bei der mit Computereffekten gespickten Neuauflage "Herbie Fully Loaded" (2005) schneller davon, als es der Tacho des knuffigen VW-Käfers anzeigen kann. Sat.1 strahlt die familienfreundliche Komödie, an der das Aufregendste die ständigen Klatschberichte über die sex-, drogen- und magersüchtige Hauptdarstellerin sind, nun als Free-TV-Premiere aus.

Man nehme einen hippen Jungstar wie Lindsay Lohan, setze ihr den karrieretechnisch etwas kränkelnden, aber ansonsten nichts als Gutmütigkeit ausstrahlenden Michael Keaton als Vater vor, und garniere das familiär grundierte Komödchen mit Fiesling Matt Dillon in der Rolle eines hinterlistigen Rennfahrerstars. Aber im Grunde dreht sich in dieser durch und durch harmlosen Komödie alles um Herbie - den Kult-Käfer, der vergessen auf einem Schrottplatz dahinvegetiert und nur noch davon träumt, dass er rollt und rollt und rollt. Dabei hat er in seiner Hoch-Zeit die Zeitungen im ganzen Land mit Sieger-Geschichten gefüllt. Ein Käfer gegen alle. Lange ist's her.

Doch nun soll ihn eine unkonventionelle Highschool-Absolventin bekommen. In Maggie Peyton (zuletzt im Kino-Psychothriller "Ich weiß, wer mich getötet hat" zu sehen: Lindsay Lohan), Tochter des Rennstallinhabers Ray (Keaton), steckt eine verkappte Rennfahrerin. Aber Papa lässt sie nicht. Schließlich starb ihre Mutter bei einem Autounfall. So darf nur ihr schusseliger Bruder ans Steuer und hier so viel Blech wie möglich zerstören. Mit Herbie ändert sich natürlich einiges: Nach anfänglicher Gewöhnungsphase, in der Maggie ihre Hingabe zu dem eigenwilligen Auto erst erlernen muss, schlagen sie alle - vor allem den gemeinen Trip Murphy (Dillon), der mit allen Tricks und Gaunereien versucht, Maggie und vor allem Herbie fertig zu machen.

Regisseurin Angela Robinson ("Spy Girls", 2003) griff diesmal allzu tief in die digitale Trickkiste, um den Mythos wieder aufleben zu lassen. Herbie schüttelt sich nach einer Autowäsche, blinzelt ständig irgendwelchen New Beetles, aber auch Rivalen zu, und fährt mal schnurstracks wider jeder physikalischen Regel senkrecht auf dem Absperrgitter eines Rennparcours entlang. Früher, da hatten die Spezialeffekte wenigstens noch etwas von James Bond, wenn Herbie zweigeteilt ins Ziel einfuhr und den ersten und dritten Platz belegte.
Ausstrahlung am 10.05.2008 um 20:15 Uhr auf Sat.1 Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder: Sat.1 / Walt Disney Pictures

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